Versicherungen

Sorge um Garantiezins: Staat unterstützt Lebensversicherer

Die Bundesregierung sorgt sich um die Stabilität der Lebensversicherungsbranche und schließt die Schieflage einzelner Anbieter nicht aus.

Vor allem für das „schwächste Fünftel“ bestünden bei einer dauerhaft niedrigen Verzinsung von Staatsanleihen erhebliche Risiken. Es bestehe die Gefahr eines „Runs“, heißt es in einem Bericht zur Lage der Versicherer. Darin werden auch Gegenmaßnahmen beschrieben. Das einst wichtigste deutsche Finanzprodukt hat auch im Zuge der Euro-Staatsschuldenkrise schon seit Längerem ein Problem mit den Garantiezinsen. Derzeit müssen Lebensversicherer Neukunden über die Laufzeit eines Vertrags einen Garantiezins von 1,75 Prozent gewähren. Bei Altverträgen sind es vier Prozent. Die Tendenz ist seit Jahren sinkend. Zugleich sind die Anbieter verpflichtet, Kundengelder in besonders sichere Anlagen wie Bundesanleihen zu investieren. Seit Monaten werfen aber Schuldtitel des Bundes weniger ab als die Preissteigerungsrate. Das Modell der Lebensversicherung setzt aber voraus, dass Zinsen irgendwann wieder steigen.

Im Finanzministerium hieß es, die Risiken aus der Fortdauer der Niedrigzinsphase seien bekannt. Die Lage werde kontinuierlich beobachtet. „Der überwiegende Teil der Kapitalanlagen der Versicherer erwirtschaftet nach wie vor höhere Renditen“, heißt es weiter. Kurz- bis mittelfristig bestünden daher keine Risiken, die Zusagen zu erfüllen. Es seien Maßnahmen ergriffen, damit die Versicherer ihren langfristigen Zahlungsversprechen nachkommen können. Der Bundestag beschloss neue Regeln, um die Risikotragfähigkeit der Lebensversicherer zu stärken. So sollen Bewertungsreserven auf Kapitalanlagen, die der Versicherer für den Garantiezins erworben hat und weiter benötigt, bei sinkenden Kapitalmarktzinsen im Unternehmen verbleiben können. Zudem soll die Trennung der Überschussbeteiligung von vor und nach 1994 abgeschlossenen Lebensversicherungsverträgen aufgehoben werden.