Vertrauensverlust

Commerzbank kämpft mit alter Werbebotschaft gegen Dauerkrise

Bessere Technik, moderne Filialen und neue Produkte sollen das lahmende Privatkundengeschäft der Commerzbank in den kommenden vier Jahren ankurbeln.

„Ein ,Weiter so‘ kann es in der Bankenbranche nicht mehr geben“, sagte Vorstandschef Martin Blessing am Donnerstag in Frankfurt. „Das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen wird die wichtigste Aufgabe aller Banken in den kommenden Jahren sein.“ Der Gewinn im Privatkundengeschäft soll bis 2016 auf rund eine halbe Milliarde Euro steigern. In den ersten neun Monaten waren es nur 215 Millionen Euro.

Teil des Plans sei eine „Anpassung der Personalkapazitäten“, die zunächst einmal Geld kosten werde, erklärte die zweitgrößte deutsche Bank. Der Umfang des Stellenabbaus steht nicht fest, weil die Verhandlungen mit dem Betriebsrat erst begonnen haben. Berichte über einen Abbau von bis zu 6000 Stellen wurden nicht bestätigt. Die Commerzbank beschäftigt noch 56.000 Mitarbeiter.

Die Bank will künftig wieder mit dem Slogan „Commerzbank. Die Bank an Ihrer Seite“ um die Kunden werben. Damit kehrt sie zu dem Motto zurück, das sie vor der Fusion mit der Dresdner Bank 2008 mehr als zwei Jahrzehnte lang hatte. Mit der Fusion hatte die Bank die Hoffnung verbunden, mit ihren rund elf Millionen Privatkunden 2012 eine Milliarde Euro zu verdienen. Doch das erwies sich unter anderem wegen der Zinsflaute als Illusion – das neue Ziel ist nur noch halb so hoch. Die Zahl der Filialkunden soll in den kommenden vier Jahren um eine Million steigen. Dabei will die Bank eine Milliarde Euro in die derzeit rund 1200 Filialen, die IT-Systems und die dort Beschäftigten investieren.

Steigende Erträge und sinkende Kosten sollen die Bank bis 2016 deutlich profitabler machen. Die Commerzbank stellte eine Nettorendite auf das Eigenkapital von zehn Prozent für 2016 in Aussicht; die Deutsche Bank erwartet zwölf Prozent – allerdings ein Jahr früher.