Kosmetikkonzern

Neuer Chef macht den Nivea-Hersteller Beiersdorf schön

Der Nivea-Hersteller Beiersdorf kommt unter seinem neuen Chef Stefan Heidenreich mit der Neuausrichtung des Kosmetikgeschäfts voran.

Dank starker Zuwächse in Schwellenländern kann der Hamburger Dax-Konzern Umsatzrückgänge im krisengebeutelten Westeuropa inzwischen besser wettmachen. „Wir befinden uns auf einem guten Kurs“, sagte Heidenreich am Freitag bei der Präsentation der Zwischenbilanz der ersten neun Monate. Darin glänzt Beiersdorf beim bereinigten Betriebsgewinn mit einem Plus von nahezu 17 Prozent auf 575 Millionen Euro. Der Konzernumsatz kletterte organisch um knapp vier Prozent auf rund 4,6 Milliarden Euro.

Hohe Zuwächse im Geschäft erzielte der von der Tchibo-Mutter Maxingvest kontrollierte Konzern in Osteuropa und dort vor allem in Russland. Auch in Brasilien schwollen die Erlöse stark an. Im Kosmetikgeschäft macht Beiersdorf inzwischen fast die Hälfte seines Umsatzes in Schwellenländern. Börsianer hatten Beiersdorf gescholten, den Trend in den Wachstumsländern verschlafen zu haben. Das war mit ein Grund für den Austausch der Konzernspitze. Der bisherige Vorstandschef Thomas-Bernd Quaas wechselte in den Aufsichtsrat. Wenige Woche nach seinem Amtsantritt im Frühsommer gab Heidenreich das Ziel vor, den Anteil von Schwellenländern am Umsatz binnen zwei Jahren auf über die Hälfte zu heben. Bis dahin machte Beiersdorf 60 Prozent seines Geschäfts in Europa. Die Neuausrichtung soll das Unternehmen unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen machen.

Auf dem Riesenmarkt in China, wo Beiersdorf nach dem Fehlkauf der Haarpflegemarke C-Bons praktisch von vorne anfangen musste, fasst der Hamburger Konzern inzwischen besser Fuß. Die Umsätze seien stabil. Dagegen schrumpfte der Umsatz im kriselnden Westeuropa um 2,5 Prozent. Dabei schlugen neben der Konsumflaute in den Krisenländern Südeuropas auch Sortimentsbereinigungen durch. Beiersdorf hatte im Zuge des Umbaus in Europa ein Fünftel der Produkte aus den Regalen genommen, die nicht so gut liefen. In der Zentrale wurde Personal abgebaut. Insgesamt sank die Zahl der Mitarbeiter im Vergleich zum Jahresanfang um gut 1000 auf 16.600. Mit der Zuversicht im Rücken hob der Vorstand die Umsatzprognose an. Erwartet werde ein Wachstum von bis zu vier Prozent. Die Rendite soll bei zwölf Prozent liegen. An der Börse war die Aktie des Kosmetikkonzerns mit einem Aufschlag von sechs Prozent größter Gewinner im Dax.