Süßwaren-Hersteller

Gummibärchen gegen Schokoladenbär

Haribo verklagt Lindt wegen Verwechslungsgefahr

Der Fruchtgummi-Spezialist Haribo will verhindern, dass sich der Schweizer Schokohersteller Lindt Spruengli mit einem Teddy eine goldene Nase verdient. Im Ring stehen sich stellvertretend der „Teddy“ in Goldfolie aus der Schweiz und der Bonner „Goldbär“ gegenüber. Am 18.Dezember will das Landgericht Köln eine Entscheidung verkünden. Die dürfte aber nur eine Etappe des Rechtsstreits bleiben. Beide Seiten wollen den Fall am Ende höchstrichterlich klären lassen.

„Wenn etwas von Herzen kommt, sagt man es am schönsten mit dem neuen Teddy von Lindt“, wirbt der Schweizer Chocolatier. Diese Botschaft ist bei Haribo auf taube Ohren gestoßen. „Im Regal steht der Goldhase von Lindt, daneben der Bär in Goldfolie mit rotem Halsband, genauso wie unser Goldbär“, beschreibt Haribo-Sprecher Marco Alfter den Gedankengang. Da denke doch jeder gleich an den Haribo-Goldbären.

Haribo besitze sowohl das Wortmarkenrecht „Goldbär“ als auch das Bildmarkenrecht an dem gelben Bären mit der roten Schleife, sagt Alfter. Und er verweist darauf, dass der Goldbär einen 95-prozentigen Bekanntheitsgrad habe. In einer Umfrage hätten 90 Prozent der Menschen den Goldbären der Marke Haribo zugeordnet. Außerdem stünden beide Produkte im Süßwarenregal.

Lindt hat schlechte Erfahrungen mit dem Streit über Markenrechte. Seit Jahren prozessiert der Schokoladenhersteller gegen die bayerische Confiserie Riegelein und deren goldenen Hasen. Zuletzt hatte das Oberlandesgericht in Frankfurt die Klage abgewiesen und keine Revision zugelassen. Dagegen versucht Lindt beim BGH vorzugehen. Auch der Vorstoß, den Schokohasen als EU-Marke eintragen zu lassen, scheiterte im Mai vor dem Europäischen Gerichtshof.

Ähnlich erfolglos war kürzlich auch der Lebensmittelriese Dr. Oetker. Der wollte seinen Fleckenpudding Paula gegen die lästige Konkurrenz Flecki des Discounters Aldi Süd verteidigen. Dr. Oetker verlor in zwei Instanzen und gab auf.

Im Fall Teddy vs. Goldbär müssen die Kölner Richter eine knifflige Frage des Markenrechts beantworten, nämlich inwieweit eine Wortmarke mit einem dreidimensionalen Objekt kollidiert. Zuvor hatte das Gericht auf Antrag Haribos bereits eine einstweilige Verfügung gegen den Vertrieb des goldenen Teddys erlassen. Allerdings hatten sich die Unternehmen außergerichtlich darauf geeinigt, dass der Teddy bis zu einer endgültigen Entscheidung weiterverkauft werden darf. „Unsere Produkte sollen friedlich miteinander im Regal stehen können“ sagte die Sprecherin von Lindt Spruengli, Sylvia Kälin. Beide seien laut der Sprecherin so unterschiedlich, dass keine Verwechslungsgefahr bestehe.