Fluggesellschaften

Lufthansa verzichtet auf 34 Flugzeuge

Konzern spart trotz Gewinnplus im Quartal mehr als geplant. Pilotenausbildung gestoppt

– Lufthansa will trotz erster Erfolge bei der Verschlankung den Sparkurs noch einmal verschärfen. Unzufrieden zeigte sich der Vorstand am Mittwoch mit der Kernmarke Lufthansa Passage, die einen Großteil des Passagiergeschäfts abwickelt. An der konzerneigenen Pilotenschule in Bremen werden keine neuen Kandidaten eingestellt, Absolventen dieses Jahrgangs hat Deutschlands größte Fluggesellschaft nicht übernommen. Gleichzeitig hat der Konzern das Angebot für den Winter im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent gekürzt. Konzernchef Christoph Franz zufolge wird die Lufthansa 34 Flugzeuge weniger einsetzen als geplant und damit 2000 Flugbegleiter und 500 Piloten weniger benötigen. „Wir rechnen bei der Lufthansa Passage mit einem spürbaren operativen Verlust.“

Finanzvorstand Simone Menne sprach von einer „sich abschwächenden Buchungstendenz“. Gegenwärtig ist das Management allerdings noch nicht sicher, ob der Grund eine schwächere Nachfrage ist oder ob auch die Geschäftsreisenden künftig noch kurzfristiger buchen werden. Tendenziell erwartet Menne allerdings, dass sich die Nachfrage in der Business-Klasse und in der Ersten Klasse weiter abschwächen wird.

Zusätzlich stark belastet wird das Lufthansa-Geschäft derzeit durch die gestiegenen Kerosinpreise. Fast eine Milliarde Euro mehr als im Vorjahreszeitraum mussten die Fluggesellschaften des Konzerns für Flugbenzin bezahlen. Stark dazu beigetragen hat auch der Wertverlust des Euro gegenüber dem Dollar. Öl und Kerosin müssen weltweit mit Dollar bezahlt werden.

In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz des Gesamtkonzerns um 6,1 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro. Doch hohe Spritkosten, harter Wettbewerb, die Luftverkehrsteuer und der EU-Emissionshandel schmälerten das operative Ergebnis. Es sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,3 Prozent auf 628 Millionen Euro.

Das Konzernergebnis stieg trotzdem um 64,6 Prozent auf 474 Millionen Euro – wegen des Verkaufs der defizitären Tochter British Midland und Finanzgeschäften, die im vergangenen Jahr den Gewinn belastet hätten, hieß es. Im dritten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,2 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte ebenfalls um 6,2 Prozent auf 648 Millionen Euro zu.