Automobilhersteller

Bei Opel verlieren bis Jahresende 2600 Beschäftigte ihren Job

Opel streicht in diesem Jahr europaweit 2600 Arbeitsplätze, mehrheitlich in Deutschland, und schließt aller Voraussicht nach 2016 das Werk in Bochum.

„Für Bochum ist nach dem Auslauf des aktuellen Zafira Tourer – vorbehaltlich weiterer Konsultationen – kein neues Produkt geplant“, sagte ein Sprecher. Das Ende für den Standort im Ruhrgebiet hatte sich bereits im Sommer angedeutet. Mit der Bestätigung jetzt sind die Aussichten darauf, dass das Werk künftig ein neues Modell baut, praktisch auf null gesunken. In Bochum baut Opel den Zafira und den Astra.

Von den 2600 Arbeitsplätzen, die bei Opel und der Schwestermarke Vauxhall allein in diesem Jahr wegfallen, haben 2300 Beschäftigte das Unternehmen bis Ende Oktober bereits verlassen, wie Opel meldete. Der Rest werde zum Jahresende ausscheiden und dabei wie die vorangegangenen Mitarbeiter von Abfindungsprogrammen und Vorruhestandsregelungen Gebrauch machen. „Es handelt sich um kein zusätzliches Jobabbauprogramm, sondern die Umsetzung der bereits beschlossenen Maßnahmen“, sagte der Unternehmenssprecher. Opel und Vauxhall beschäftigen rund 40.000 Mitarbeiter.

Die GM-Tochter leidet besonders unter der andauernden Währungs- und Staatsschuldenkrise in Europa und der damit verbundenen Kaufzurückhaltung vor allem in Süd- und Westeuropa. Bei GM lief daher im Europageschäft, das maßgeblich von Opel bestimmt wird, allein im dritten Vierteljahr ein operatives Minus von rund 500 Millionen Dollar (rund 385 Millionen Euro) auf.

Seit Jahresbeginn setzte General Motors in Europa damit mehr als eine Milliarde Dollar in den Sand. Der Umsatz brach bei GM Europe, wozu auch die Marke Chevrolet zählt, in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20 Prozent ein, der Absatz um 13 Prozent auf 818.000 Fahrzeuge. Dass Opel bald Geld bringt, glauben selbst die Manager in Detroit nicht: 2013 werde nur etwas besser als 2012.