Übernahme

Burda bietet Xing-Aktionären mehr als 147 Millionen Euro

Die Verlagsgruppe Burda will das Karrierenetzwerk Xing übernehmen.

Das Übernahmeangebot war notwendig geworden, nachdem der Verlag über die Tochter Burda Digital GmbH seinen Anteil an Xing auf mehr als 30 Prozent aufgestockt hatte. Das Unternehmen hatte seinen Anteil an Xing von zuletzt 29,43 auf 38,89 Prozent ausgebaut, wie Burda am Freitag mitteilte. Damit werde ein Pflichtangebot für die restlichen Anteile fällig. Für die verbliebenen 3,3 Millionen Xing-Aktien will die Burda-Digitaltochter 44 Euro je Aktie oder insgesamt 147,3 Millionen Euro auf den Tisch legen. Das ist ein deutlicher Aufschlag gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag, als die Xing-Aktie mit 37,32 Euro aus dem Handel gegangen war. Burda war im November 2009 bei Xing eingestiegen und hatte sich zunächst mit einem Viertel beteiligt. Der Verlag will kräftig in das Digitalgeschäft investieren. Im Frühjahr hatte der Medienkonzern angekündigt, den Anteil an Xing weiter aufstocken zu wollen.

Xing wurde 2003 gegründet und ist seit 2006 an der Börse notiert. Das Hamburger Online-Netzwerk unterstützt berufliche und geschäftliche Kontakte und hat dazu Angebote für Personalsuche und Stellenvermittlung entwickelt. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen bei einem Umsatz von gut 66 Millionen Euro ein Betriebsergebnis (Ebitda) von 22,2 Millionen Euro. Weltweit hat Xing nach Firmenangaben mehr als zwölf Millionen Nutzer. Damit stehen die Hamburger im Schatten internationaler Konkurrenten wie der US-Firma Linkedin, die es auf 175 Millionen Mitglieder bringt. Xing bekam kürzlich mit Thomas Vollmoeller einen neuen Vorstandschef.

Xing-Sprecher Marc-Sven Kopka kündigte am Donnerstag an, dass der Vorstand der Xing AG fristgerecht zum Übernahmeangebot Stellung beziehen werde. Er wies darauf hin, dass Burda nach eigener Darstellung keine „grundsätzlichen Veränderungen des Geschäfts oder der Gremien“ plane.