Justiz

Erste deutsche Klagen auf Rückzahlung griechischer Anleihen

Deutsche Anleger wollen von Griechenland ihr Geld zurück.

Beim Landgericht Kiel sind die bundesweit ersten Klagen auf Rückzahlung von griechischen Anleihen eingereicht worden. Ein Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bestätigte einen Bericht der „Kieler Nachrichten“. In den kommenden Wochen würden in mehreren Großstädten, wo Käufer von Griechenland-Anleihen wohnen, weitere Klagen folgen. Zudem sollen sich Anleger aus kleineren Ortschaften zu einer Klagegemeinschaft zusammenfinden, um die Kosten für das Verfahren im Rahmen zu halten. Die DSW hatte im März die Arbeitsgemeinschaft Griechenland Anleihen (AGA) gegründet, um auf juristischem Weg gegen den verordneten Forderungsverzicht vorzugehen. Die AGA vertrete rund 4000 Anleger mit einem Vermögen von 170 Millionen Euro. Sie haben rund 80 Prozent ihres Einsatzes beim griechischen Schuldenschnitt verloren. Im Durchschnitt handele es sich um Anlagen in der Größenordnung von rund 25.000 Euro, sagte der Sprecher.

Die Euro-Krisenländer Griechenland, Irland und Spanien haben 2011 mehr neue Staatsschulden aufgenommen als zunächst geschätzt. Für Irland und Griechenland errechnete Eurostat um 0,3 Prozentpunkte höhere Defizitquoten als noch im Frühjahr. Das Verhältnis von Staatsdefizit zu Bruttoinlandsprodukt(BIP) lag demnach in Irland vergangenes Jahr bei 13,4 Prozent, in Griechenland bei 9,4 Prozent. Die Neuverschuldung Griechenlands lag vergangenes Jahr mit 19,68 Milliarden Euro. Die Nettoneuverschuldung im gesamten Euro-Raum lag wie geschätzt bei 4,1 Prozent. In der gesamten EU fiel sie mit 4,4 Prozent sogar 0,1 Prozentpunkte geringer aus als erwartet. Deutschland hat seine staatliche Neuverschuldung vergangenes Jahr um 0,8 Prozent des BIP erhöht.