Euro-Krise

Industrie der Region beklagt große Auftragsrückgänge

Der Umsatz der Industrieunternehmen in Berlin und Brandenburg ist im August deutlich gesunken.

Mit 1,8 Milliarden Euro verzeichneten die Berliner Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten ein Minus von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Amt für Statistik am Mittwoch mitteilte. In Brandenburg sank der Umsatz um 1,2 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Zu den umsatzstarken Branchen gehörten der Maschinenbau und die Hersteller von Geräten zur Datenverarbeitung. Die Berliner Unternehmen verloren dabei vor allem auf dem Heimatmarkt: Der Inlandsumsatz ging um 19,6 Prozent zurück. Das konnten auch die um mehr als 15 Prozent höheren Auslandserlöse nicht ausgleichen. Die Zahl der Beschäftigten stieg dennoch um 0,2 Prozent auf 81.498. In den ersten acht Monaten 2012 erzielten die Industriebetriebe laut Statistik einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro und damit 3,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Ein ähnliches Bild bei den Brandenburger Unternehmen: Vor allem das Auslandsgeschäft gab nach, es sank auf insgesamt eine halbe Milliarde Euro. Dort beschäftigt die Branche 79.891 Mitarbeiter. Beunruhigend für die Zukunft ist der Rückgang der Auftragseingänge. Die liegen deutlich unter dem Vorjahreswert, in Brandenburg sanken die Auftragseingänge um ein Fünftel.

Die Euro-Krise schwächt die Wirtschaft in Deutschland stärker als erwartet. Die Bundesregierung geht in ihrer am Mittwoch vorgestellten Herbstprognose von einem Wachstum von 1,0 Prozent für das nächste Jahr aus. Noch im Frühjahr hatte die Regierung 1,6 Prozent Wachstum für 2013 erwartet. Für das laufende Jahr rechnet die Bundesregierung mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Im Frühjahr hatte sie 0,7 Prozent prognostiziert.