Gesetzentwurf

Britische Arbeiter sollen ihre Rechte gegen Aktien tauschen

Britische Unternehmen sollen künftig neue Mitarbeiter dazu zwingen können, ihre Arbeitsrechte gegen Firmenanteile einzutauschen.

Der Vorschlag von Schatzkanzler George Osborne soll im Eilverfahren bis spätestens April 2013 durchs Parlament gebracht werden. Für bestehende Arbeitsverhältnisse ist die Regelung optional. Neue Arbeitnehmer sollen dagegen zum Verzicht auf ihre Rechte gezwungen werden können. Wer den Pakt akzeptiert, den können Unternehmen künftig ohne Angabe von Gründen entlassen. Der Arbeitnehmer verzichtet auch auf sämtliches Recht auf eine Abfindung, auf flexible Arbeitszeiten und auf Weiterbildung. Ebenfalls eingeschränkt wird der Mutterschutz.

Im Gegenzug sollen die Arbeitnehmer Firmenanteile im Wert von 2000 bis 50.000 Pfund (2476 bis 61.900 Euro) bekommen, auf die sie im Falle eines Wertzuwachses keine Kapitalertragsteuer zahlen müssen. Osborne kündigte an, Hunderttausende von Arbeitnehmern würden in den kommenden Jahren so zu „Arbeitnehmer-Besitzern“ werden. Die Regierung verzichte freiwillig auf 100 Millionen Pfund in entgangener Kapitalertragsteuer bis zum Haushaltsjahr 2017/2018. Besonders attraktiv sei der Vorschlag jedoch für Start-ups, die ihren Mitarbeitern keine hohen Gehälter zahlen können. Der Plan sorgt für Aufruhr. Selbst der erzkonservative „Daily Telegraph“ kommentierte, der Gesetzentwurf sei wohl vor allem sinnvolle Erinnerung daran, wofür Gewerkschaften einmal gegründet wurden.