Immobilien

In Berlin werden auch teure Wohnungen knapp

Marktbarometer der Investitionsbank: Einzig im Luxussegment ist das Angebot ausreichend

In Berlin werden nicht nur günstige Wohnungen knapp, sondern bald auch solche im mittleren Preissegment. Nur bei Luxuswohnungen besteht noch ein nahezu ausgewogenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage, ist das Ergebnis eines am Dienstag veröffentlichten Wohnungsmarktbarometers im Auftrag der Investitionsbank Berlin. Die befragten Experten gingen für die kommenden Jahre von einem Nachfrageschub aus, dem häufig kein ausreichendes Angebot gegenüber stehe.

Die Folge sind deutlich steigende Mieten. Insgesamt sind die Mieten in der Hauptstadt im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent gestiegen. Das geht aus dem neuen Wohn- und Immobilienwirtschaftsbericht des Bundesbauministeriums hervor. Damit liegt die Hauptstadt deutlich über dem Bundesschnitt von 2,9 Prozent bei Neuvermietungen.

Allmählich rentiere sich der Neubau von Mietwohnungen für Investoren wieder, lautet ein Fazit der Wohnungsmarktbarometers. Das Investitionsklima habe sich von der Einstufung „schlecht“ auf „durchschnittlich“ verbessert – Tendenz anhaltend. Im Segment Mietwohnungen herrsche auch der größte Bedarf bei den Berlinern. Besonders Wohnungen mit einer Grundfläche von 45 bis 70 Quadratmetern seien gefragt.

Nur im oberen Preissegment (über sieben Euro pro Quadratmeter) bestehe ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage bei Mietwohnungen, resümieren die Autoren der Studie. Allgemein gelte dies im oberen Preissegment auch für die Bezirke Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Treptow-Köpenick. Die beste Auswahl hätten Mieter mit gut gefüllter Brieftasche in Neukölln. Auch in Spandau und Tempelhof-Schöneberg stünden mehr teure Wohnungen zur Verfügung als eigentlich nachgefragt.

Etwas kleiner sei das Angebot gegenüber der Nachfrage hingegen neuerdings in diesem Preissegment in Marzahn-Hellersdorf. Demgegenüber gelte die Lage in diesem Bezirk für das mittlere Preissegment (fünf bis sieben Euro pro Quadratmeter) als ausgewogen. Kritisch ist die Situation im mittleren Preissegment in Neukölln und in Tempelhof-Schöneberg, wie es im Barometer heißt. „Viel kleiner“ sei das Angebot gegenüber der Nachfrage nahezu in allen Bezirken bei Mietwohnungen im unteren Preissegment (unter fünf Euro pro Quadratmeter).

Allgemein werde die Nachfrage nach Wohnraum weiter ansteigen, lautet das Fazit der Studie. Sehr preiswerte Wohnungen würden vor allem in Marzahn-Hellersdorf, Pankow, Spandau, aber auch in Charlottenburg-Wilmersdorf gesucht. Im mittleren Preisbereich steige die Nachfrage in Spandau und Steglitz-Zehlendorf am stärksten an. Als größtes Problem für den Mietwohnungsmarkt werden steigende Betriebs- und Nebenkosten sowie niedrige Einkommen bewertet.Eine sehr starke Nachfrage herrscht dem Barometer zufolge bereits jetzt auch bei Häusern zur Miete. Bis auf Pankow und Neukölln – wo sich die Lage in diesem Segment ausgewogen darstelle – hinke das Angebot überall der Nachfrageentwicklung hinterher. In Summe spiele dieses Marktsegment in Berlin aber nur eine sehr kleine Rolle.

Das beste Investitionsklima für den Bau von Mietwohnungen herrsche zurzeit in Pankow, am schlechtesten hätten es Investoren in Lichtenberg und Neukölln, ergab die Umfrage. Heiß begehrt seien bei Nutzern und Anlegern trotz steigender Preise weiter Eigentumswohnungen. Das geringste Angebot gegenüber der großen Nachfrage bestand hier laut Umfrage in Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf.

Ebenfalls stark nachgefragt seien freistehende Einfamilienhäuser, am meisten in Mitte. Gleiches gelte nahezu für alle klassischen Westbezirke. Allerdings übersteigtedie Nachfrage auch in Marzahn-Hellersdorf das Angebot. Die Marktlage in Spandau und Pankow sei inzwischen entspannter geworden. Mehr noch: In Pankow werde die Nachfrage nach Häusern zurückgehen. Weiter steigen soll sie in Neukölln, Charlottenburg-Wilmersdorf und Marzahn-Hellersdorf.