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Familienzwist erschüttert Modefirma Lacoste

Nach dem Streit von L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt und ihrer Tochter drängt ein neuer Familienzwist bei einem französischen Unternehmen in die Schlagzeilen.

Beim Mode- und Sportartikelhersteller Lacoste ist ein Kampf unter den Erben des Firmengründers entbrannt. Beobachter mutmaßen, dass die Schweizer Familie Maus oder der französische Einzelhandels- und Luxusgüterkonzern PPR den Zwist ausnutzen könnten, um sich die Marke einzuverleiben. Derzeit halten die Erben 65 Prozent der Lacoste-Aktien. Die restlichen 35 Prozent besitzt die Familie Maus. Ihr gehören Supermarktketten, Drogerien und Beteiligungen an dem Outdoorspezialisten Aigle und der Modemarke Gant. Maus Frères hält zudem 90 Prozent an Devanlay, dem Lacoste-Lizenzpartner für Fertigung und Vertrieb der Kleidung und Lederwaren.

Entbrannt ist der Streit an der überraschenden Ernennung der 36-jährigen Sophie Lacoste-Dournel als neue Verwaltungsratschefin. Eigentlich hatte ihr Vater Michel Lacoste, der den Verwaltungsrat seit 2005 leitete, ihre Cousine Béryl Lacoste-Hamilton auserkoren. Die 56-Jährige leitete früher Lizenzen von Lacoste. Ihrer jüngeren Cousine werfen Kritiker vor, dass sie nie operative Aufgaben übernommen hat. Das Nominierungskomitee sprach sich gegen sie aus und empfahl die Berufung der Cousine. Doch offenbar gelang es Sophie, mehrere Familienmitglieder und die Vertreter der Familie Maus auf ihre Seite zu ziehen. Michel Lacoste kündigte an, gerichtlich gegen die Ernennung seiner Tochter vorzugehen. Die Familie Maus soll schon früher ein Übernahmeangebot vorgelegt haben – sie könnte nun einen neuen Vorstoß machen.