Altersvorsorge

Regierung debattiert Demografie – und verschiebt die Lösungen

Die Bundesregierung will die Diskussion über die Herausforderungen durch den demografischen Wandel vorantreiben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte am Donnerstag auf einem Demografiegipfel in Berlin an, dass bis Mai nächsten Jahres erste konkrete Antworten vorliegen sollten. Merkel und Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) riefen dazu auf, alle gesellschaftlichen Ebenen an der Debatte zu beteiligen.

Merkel warnte zugleich vor überzogenen Erwartungen an die für das kommende Jahr erwarteten Antworten. Die Aufgabe werde Deutschland über die laufende Legislaturperiode hinaus beschäftigen, mahnte die Kanzlerin. Es wäre „völlig vermessen“, zu glauben, dass die gefundenen Antworten nur noch umgesetzt werden müssten. Als wesentliche Herausforderungen nannte sie die Rahmenbedingungen für Familien, das Gesundheitssystem, altersgerechte Arbeitsplätze, Bildung und Zuwanderung.

Die Kanzlerin hob zudem hervor, dass die Regierung die gesamte Gesellschaft in den nun anstehenden Dialog einbeziehen wolle. Die Bundesregierung allein werde die Antworten nicht geben können. Auch Innenminister Friedrich forderte gemeinsame Anstrengungen. „Entscheidend ist, dass wir Veränderungsbereitschaft erzeugen“, sagte der Minister auf dem Gipfel.

Zu dem Demografiegipfel kamen in Berlin mehrere Minister der Bundesregierung, Landesminister, Bundestagsabgeordnete, Spitzenvertreter der Sozialverbände und Wissenschaftler zusammen. Es wurden insgesamt neun Arbeitsgruppen eingesetzt, die Strategien für die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft finden sollen.

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) machte sich dafür stark, die ländlichen Regionen im Zuge der Veränderungen „stark und zukunftsfähig“ zu machen. Die Schere zwischen wirtschaftlich prosperierenden und peripheren Regionen mit strukturellen Problemen dürfe sich nicht vergrößern, mahnte sie. Die IG Metall forderte Arbeitgeber und Politik auf, gemeinsam Strategien gegen Stress am Arbeitsplatz zu entwickeln. „Es gibt viel zu wenige Arbeitsplätze, auf denen man gesund alt werden kann“, erklärte IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban.