Streik

Griechische Werftarbeiter stürmen Verteidigungsministerium

In Athen sind rund 100 Demonstranten auf das Gelände des griechischen Verteidigungsministeriums vorgedrungen.

Die Angestellten einer Schiffswerft zerstörten die Absperrungen am Eingang des Gebäudes, wie griechische Fernsehsender zeigten. Während Sicherheitskräfte sogleich vor Ort eintrafen, um für Ordnung zu sorgen, warteten die Demonstranten darauf, Vertreter des Ministeriums zu treffen. Sie protestierten dagegen, dass seit mehreren Monaten ihre Gehälter nicht mehr gezahlt werden. Ihr Arbeitgeber Hellenic Shipyards ist von der Pleite bedroht. Der Generalstabschef wurde bei seinem Versuch, mit den Demonstranten zu sprechen, ausgebuht. Zahlreiche Menschen riefen „Diebe! Diebe!“.

Zudem ist eine elektronische Datei mit 1991 mutmaßlichen griechischen Steuersündern wieder aufgetaucht. 2010 habe die damalige französische Finanzministerin Christine Lagarde den USB-Stick an den damaligen griechischen Finanzminister Giorgos Papakonstantinou übergeben, heißt es. Der habe sie anschließend an den damaligen Chef der Steuerfahndung in Griechenland weitergegeben. Allerdings habe der von dieser Datei keinen Gebrauch gemacht, weil sie nicht aus legalen Quellen gestammt habe. Die griechische Presse vermutet, dass Steuerhinterziehung vertuscht werden sollte.

In den Fall wurde auch der heutige Chef der Sozialisten, Evangelos Venizelos, verwickelt. Als er 2011 Finanzminister geworden sei, habe ihn die Steuerfahndung über den Fall der mutmaßlichen Steuersünder informiert, heißt es. Er habe aber damals keine genauen Anweisungen gegeben, wie man mit diesem USB-Stick weiter umgehen solle.