EU-Politik

Bankenregulierung: Deutsche Bank wäre am meisten betroffen

Die Deutsche Bank wäre nach Ansicht von Branchenexperten der Haupt-Leidtragende, wenn die Aufspaltungsvorschläge einer Expertenkommission für Europas Banken in die Tat umgesetzt werden.

– „Wir halten die Investmentbanken aus der Euro-Zone für am stärksten von diesen potenziellen Veränderungen betroffen, vor allem die Deutsche Bank und vielleicht einige französische Institute“, erklärte Credit-Suisse-Analyst Amit Goel in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Sie hätten die größten Handelsbücher, die nach den Vorstellungen der Experten strikt vom Einlagengeschäft getrennt werden sollen.

Die Änderungen könnten die Renditen der Deutschen Bank weiter drücken, warnte Credit Suisse. Eine abgetrennte Handels-Einheit habe höhere Refinanzierungskosten. Der elfköpfigen Kommission unter Führung des finnischen Notenbank-Chefs Erkki Liikanen gehört auch der ehemalige Risiko-Vorstand der Deutschen Bank, der Schweizer Hugo Bänziger, an. Sie fordert, dass Banken den Eigenhandel, das Derivate-Geschäft, die Marktpflege an den Wertpapiermärkten und alle Transaktionen mit Hedgefonds und Finanzinvestoren in eine eigene rechtliche Einheit einbringen müssen, die getrennt von der übrigen Bank refinanziert werden soll. Das aber nur dann, wenn die riskanten Geschäfte mindestens 15 bis 25 Prozent der Bilanzsumme oder 100 Milliarden Euro umfassen. Nicht eingerechnet würden etwa das Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen oder die Begleitung von Börsengängen.

Das einzige deutche Mitglied der Kommission, der Banken-Professor Jan Pieter Krahnen, schätzt, dass damit rund 20 Häuser in Europa betroffen wären, darunter aus Deutschland auch noch Commerzbank und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Die Abspaltung soll Steuerzahler davor schützen, Banken retten zu müssen, wenn sie sich mit Einlagen ihrer Kunden verzockt haben.