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Mobilfunker O2 sieht gute Chancen für Börsengang

Der Aufwind an den Aktienmärkten treibt die Börsenkandidaten in Deutschland aus den Startlöchern.

– Einen Tag nach dem geglückten Debüt des Versicherers Talanx kündigte der deutsche Mobilfunkanbieter O2 am Mittwoch seinen Börsengang in Frankfurt an. Noch im Oktober könnte der spanische Telekom-Riese Telefonica mit dem Verkauf von bis zu 20 Prozent an seiner mit der Marke O2 bekannten deutschen Tochter einen Milliardenbetrag einnehmen, sagte mehrere Banker.

Anders als dem drittgrößten deutschen Versicherer Talanx trauen Experten Telefonica Deutschland zu, den „Eisbrecher“ zu spielen für weitere Börsengänge (englische Abkürzung IPO). Mit O2 könnte zum ersten Mal seit fünf Jahren in Deutschland ein milliardenschwerer Börsengang über die Bühne gehen: Banker erwarten die Erstnotiz der Telefonica Deutschland Holding AG Ende Oktober. Der spanische Mutterkonzern hielt sich zum Volumen des Börsengangs bedeckt und erklärte nur, die Mehrheit behalten zu wollen. Im November 2007 war die Hamburger Hafen- und Logistikkonzern HHLA das letzte deutsche Unternehmen, das mehr als eine Milliarde Euro erlöst hatte.

Die Talanx-Aktie legte am Mittwoch auf 18,75 Euro zu und notierte damit über dem Zuteilungspreis von 18,30 Euro. Doch den ersten Kurs, der mit 19,05 Euro festgestellt worden war, erreichte sie vorerst nicht mehr. Talanx hatte seine Börsenpläne erst wiederbelebt, als Banker dem Versicherer eine bessere Bewertung in Aussicht gestellt hatten. Zum Ausgabepreis wird das Unternehmen mit 4,6 Milliarden Euro bewertet, ein Drittel unter dem Buchwert. Verkauft wurden aber nur Aktien für 517 Millionen Euro. Elf Prozent der Aktien sind im Streubesitz, 82 Prozent liegen weiterhin beim vorherigen Alleinaktionär HDI. Talanx-Vorstandschef Herbert Haas gab sich zufrieden: „Das ist kein Big Bang, aber einer der wichtigsten Tage in unserer 109-jährigen Geschichte.“