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Versicherungsvertrieb schickt Mitarbeiter auf Sex-Tour in Karibik

Nach dem Versicherer Ergo und der Bausparkasse Wüstenrot gerät ein weiteres Unternehmen durch Sexreisen in die Schlagzeilen.

Bei der Versicherungsgesellschaft Deutscher Herold gab es offenbar im Sommer 1998 einen freizügigen Trip in die Karibik. Es geht um eine Reise des Vertriebspartners Internationaler Finanz-Service in das jamaikanische Hotel „Hedonism II“, das bereits in der Ergo-Affäre in Erscheinung trat.

Der Deutsche Herold gehört zum Schweizer Versicherungskonzern Zurich. „Wir distanzieren uns ausdrücklich von derartigen Belohnungsmaßnahmen“, sagte ein Konzernsprecher. Von dem Trip 1998 habe man jetzt erst erfahren. Das Unternehmen prüfe, ob es weitere Vorfälle gegeben habe. Zurich hat den Deutschen Herold 2002 übernommen, davor gehörte der Versicherer zum Deutsche-Bank-Konzern. Die Vertriebsorganisation Internationaler Finanz-Service ist keine Tochter, sondern ein eigenständiges Unternehmen. Inzwischen arbeite man mit diesem Vertrieb nicht mehr zusammen, sagte der Zurich-Sprecher.

Teilnehmern zufolge kam es in dem Hotel ausgiebig zu sexuellen Handlungen. „Wer wollte, konnte jederzeit und überall Sex haben“, wird einer der Zeugen zitiert. „Gruppensex“ soll Teil des Programms gewesen sein. Auf Fotos sind Männer und Frauen zu sehen, die nur in luftige Gewänder gehüllt eine Polonaise tanzen.

Die seltsamen Anreizsysteme der Versicherungs- und Finanzbranche haben in den vergangenen Monaten immer wieder Schlagzeilen geliefert. So hatte die Münchener-Rück-Tochter Ergo verdiente Vertriebler zu einer eigens organisierten Orgie in das Gellert-Bad in Budapest eingeladen. In der Folge kamen weitere Exzesse ans Tageslicht, so eine Reise nach Jamaika. Bei Wüstenrot waren Vertriebsmitarbeiter am Rande einer Belohnungsreise nach Brasilien im Rotlicht-Milieu unterwegs, was allerdings nicht Teil des offiziellen Reiseprogramms war.

( jos )