EU-Krise

Spaniens Krise spitzt sich zu – Defizit-Ziel für 2012 wird verfehlt

Die angespannte finanzielle Lage im Euro-Krisenland Spanien wird immer bedrohlicher.

Trotz drastischer Sparpolitik dürfte der südeuropäische Staat sein Defizitziel in diesem Jahr erneut verfehlen. Auch wegen der Notkredite für marode Banken liege die Neuverschuldung 2012 voraussichtlich bei 7,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, erklärte Finanzminister Cristóbal Montoro am Sonnabend bei der Vorlage des Haushaltsentwurfs für 2013 im Parlament. Spanien hatte sich gegenüber der Europäischen Union (EU) dazu verpflichtet, die Neuverschuldung auf 6,3 Prozent zu senken. Nach diesen Ankündigungen richten sich bange Blicke auf die Reaktion der Finanzmärkte am heutigen Montag. Die Renditen der Staatsanleihen könnten erneut nach oben schießen, was den Druck auf die Regierung weiter erhöhen würde. Die für Freitagabend befürchtete Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens auf „Ramsch-Niveau“ durch Moody's war zunächst ausgeblieben – es wird jedoch erwartet, dass sich die US-Ratingagentur diese Woche zu den Aussichten des von hoher Arbeitslosigkeit geplagten Landes äußert. Unklar ist weiterhin, ob Spanien wie Griechenland, Irland und Portugal zuvor einen separaten Hilfsantrag für das ganze Land stellt – und nicht nur für den Finanzsektor.