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Selten Reha als Hartz-IV-Empfänger

Anerkennung Hartz-IV-Empfänger bekommen zu wenig und unpassende Reha-Maßnahmen, so das Ergebnis einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), die der Berliner Morgenpost vorliegt. Mit der Einführung des Hartz-IV-Systems seien die Anforderungen an die berufliche Reha gestiegen, doch habe die Neuregelung zugleich zu einem Rückgang der Anerkennung von Reha-Bedarfen geführt. Arbeitslose im Hartz-IV-System haben demnach besonders schlechte Chancen auf eine Reha-Maßnahme: Auf 65 Arbeitslose kommt hier ein erwachsener Rehabilitand, in der Arbeitslosenversicherung liegt die Quote bei 33 zu eins. Und das obwohl im Hartz-IV-System der Anteil an gesundheitlich Beeinträchtigten groß ist. Dass die Hartz-IV-Empfänger schlechtere Chancen haben, eine Reha-Maßnahme zu erhalten, habe damit zu tun, dass die Hartz-IV-Träger keine Fachkräfte für die Reha vorhalten müssen. Viele Vermittler würden den Reha-Bedarf nicht erkennen. Sie griffen deshalb eher auf allgemeine Eingliederungsmaßnahmen zurück. Zudem würden im Fürsorgesystem tendenziell kurzfristige Maßnahmen begünstigt – zu Lasten längerfristiger, teurerer Hilfen wie Umschulungen, weil es kein eigenständiges Budget für berufliche Reha gebe.

Kompetenzen Die Qualität der Betreuung und Förderung im Hartz-IV-System bleibe oftmals hinter der des Versicherungssystems zurück. Deshalb fordert der DGB nun, dass die fachliche Kompetenz im Hartz-IV-System zu Behindertenfragen dringend verstärkt wird.