Insolvenz

Investoren wollen die Marke Neckermann erhalten

Trotz der Abwicklung des Frankfurter Versandhändlers Neckermann könnte die traditionsreiche Marke erhalten bleiben.

„Die Chancen stehen nicht schlecht, dass der Name Neckermann überlebt“, sagte Insolvenzverwalter Michael Frege der „Wirtschaftswoche“. Im Oktober will Frege ein Bieterverfahren für die Kundendaten, Web-Adressen und Markenrechte des Konzerns starten. Eine Reihe von Investoren soll bereits Interesse signalisiert haben.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass bei Neckermann am heutigen Sonntag die Lichter ausgehen und rund 2000 Beschäftigte ihren Job verlieren. Frege erhob schwere Vorwürfe gegen den früheren Eigner, den US-Finanzinvestor Sun Capital. „Bei Neckermann haben wir keine Substanz vorgefunden.“ Potenzielle Investoren hätten zudem den Investitionsstau kritisiert und seien vor möglichen Kündigungsschutzklagen von Mitarbeitern zurückgeschreckt.

Den Gläubigern Neckermanns macht der Insolvenzverwalter indes wenig Hoffnung. Im ersten Halbjahr habe Neckermann jeden Monat rund 20 Millionen Euro Verlust verbucht. „Die Betriebskosten haben jeden Gewinn aufgesogen“, sagte Frege. „Wir hätten nicht einmal mehr den nächsten Monatslohn für die Mitarbeiter überweisen können.“ Der Anwalt kündigte an, beim Insolvenzgericht die drohende „Masseunzulänglichkeit“ zu erklären. Das bedeutet, dass die Insolvenzmasse nicht einmal ausreicht, um die Kosten des Insolvenzverfahrens selbst zu decken, etwa Gerichtskosten.