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Merkel fordert mehr Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat für mehr Frauen in Führungspositionen der deutschen Wirtschaft geworben.

Gebraucht würden sie vor allem in Aufsichtsräten und Vorständen der großen Firmen, sagte Merkel bei einem Kongress des internationalen Unternehmerinnenverbands FCEM am Freitag in Berlin. Auf Forderungen nach einer festen Frauenquote, für die sich der Bundesrat auch mit Stimmen CDU-geführter Länder ausgesprochen hatte, ging sie nicht näher ein. Nötig sei mehr Arbeitsteilung zwischen Frauen und Männern für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, forderte die Kanzlerin.

„Der Vater kann auch bei seinem eigenen Kind schon eine Menge Zeit investieren, er muss nicht erst warten, bis er Enkelkinder hat.“ Dafür müssten auch bei Männern Rollenklischees überwunden werden. Merkel kritisierte, dass Kompetenz-Zuschreibungen in der Wirtschaft zu sehr nach der Arbeitswelt selbst ausgerichtet seien. Eltern, die wegen ihrer Kinder einige Jahre nicht im Beruf waren, hätten aber an Organisationstalent, Improvisations- und Nervenkraft „mindestens so viel gelernt wie die, die in diesen Jahren einfach hinter immer demselben Schreibtisch sitzen.“

Merkel rief Unternehmerinnen auf, motivierende Vorbilder für Studentinnen und Schülerinnen zu sein. Junge Frauen sollten zudem die ganze Bandbreite der Berufe erlernen, auch technische Jobs, in denen meist auch besser verdient werde. Die Kanzlerin verwies darauf, dass Frauen in Deutschland etwa ein Drittel der Unternehmen führten, überwiegend mittelständische Firmen. Je größer ein Unternehmen werde, desto seltener seien aber Frauen in der Spitze. Der Verband deutscher Unternehmerinnen, der den Kongress in Berlin ausrichtete, spricht sich für eine Frauenquote in Aufsichtsräten aus. Mindestens so wichtig sei aber, dass Frauen endlich auch in den Führungsetagen mehr Einfluss auf das operative Geschäft erhielten.