Konjunktur

Deutsche Firmen unzufrieden mit Geschäftslage

Konjunkturmesser Ifo-Index fällt zum fünften Mal in Folge

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September überraschend eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel auf 101,4 Punkte von 102,3 Zählern im Vormonat, teilte das Münchener Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter 7000 Unternehmen mit. Damit sank der wichtigste Gradmesser für die deutsche Konjunktur bereits zum fünften Mal in Folge.

„Die befragten Unternehmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage abermals weniger zufrieden. Darüber hinaus blicken sie pessimistischer in die Zukunft“, erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Seit Mai schon sinkt das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer angesichts der weltweit trüberen Konjunkturaussichten und der ungelösten Schuldenkrise in Europa. Sinn sagte: „Die bremsenden Einflüsse dominieren weiterhin.“

Die Manager schätzten dagegen sowohl die Aussichten für die kommenden sechs Monate als auch die Lage schlechter ein. „Die Notenbankaktionen haben offensichtlich nur die Stimmungslage der Finanzmarktanalysten beeinflusst“, sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle. „Anscheinend lassen die Unternehmen sich derzeit von der mauen Auftragslage stärker beeindrucken.“ Die Geschäftserwartungen würden auf eine schrumpfende Wirtschaftsleistung hindeuten.

In den einzelnen Branchen fällt das Bild aber gemischt aus. Besonders deutlich kühlte sich das Klima in der exportabhängigen Industrie ab, in der die Manager Lage und Aussichten negativer einschätzten. „Beim Ausblick für das Exportgeschäft setzte sich der leicht negative Trend vom Vormonat fort“, sagte Sinn. Im Groß- und Einzelhandel besserte sich dagegen die Stimmung, ebenso im Dienstleistungssektor. In der Baubranche hatten dagegen die Pessimisten Zulauf. Deutschland steht wegen der Rezession in der Euro-Zone und der schwächeren Weltwirtschaft vor einer Konjunkturabkühlung. Die Industriestaaten-Organisation OECD erwartet für das zweite Halbjahr eine leichte Rezession für Deutschland.