Preise

Warum Brot und Brötchen in Zukunft mehr kosten werden

Helmut Klemme weiß, was Journalisten fragen. „Das unvermeidliche Thema zuerst“, beginnt der Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien also seine Ausführungen bei der Jahrespressekonferenz der Branchenorganisation: „Was geschieht mit dem Brotpreis?“

Seine direkt mitgelieferte Antwort ist so vorhersehbar wie eindeutig: Brot und Brötchen werden teurer. Zwar will der Branchenvertreter keine konkreten Zahlen nennen. Das sei schließlich allein die Entscheidung der einzelnen Unternehmen. Er sei sich aber sicher, „dass die nationalen und internationalen Faktoren das eine oder andere Unternehmen dazu zwingen werden, die Preise zu erhöhen“.

Mit Faktoren meint Klemme zum einen globale Themen wie zum Beispiel Missernten oder die Spekulationen mit Nahrungsmitteln. Zum anderen verweist er auf einen nationalen Kostenschub durch steigende Ausgaben für Energie, Verpackung, Logistik und Personal. Die Umsatzsprünge der Großbäcker in den vergangenen beiden Jahren – 2010 legten die Erlöse um 400 Millionen Euro und 2011 um weitere 200 Millionen Euro auf rund 17,6 Milliarden Euro zu – rührt daher nahezu komplett auf Preiseffekten. Denn der Konsum ist im gleichen Zeitraum mit rund 57 Kilogramm Brot und Brötchen, fast 15 Kilogramm Backwaren und drei Kilogramm Backwarenprodukten pro Bundesbürger stabil geblieben.

Klemme rechnet daher mit einem harten Preiswettbewerb in der Branche. Zumal sich der Handel vehement gegen die notwendigen Aufschläge wehre. „Auf die deutschen Bäcker kommen harte Zeiten zu“, fürchtet der Manager. Schon jetzt habe sich die Marge bei den guten Betrieben auf gerade noch ein bis vier Prozent reduziert. Etliche andere sind bereits in die Verlustzone gerutscht. Und das bleibt nicht ohne Folgen. Der Verband jedenfalls rechnet mit einem dramatischen Bäckereisterben in den kommenden Jahren. „Kleine und kleinste Backbetriebe werden aufgeben müssen“, prognostiziert Klemme. Bis 2020 soll sich die Zahl der Anbieter fast halbieren – von derzeit 14.000 auf nur noch 8.000. Zumal seit einiger Zeit auch noch die Supermärkte und Discounter mit ihren Backautomaten in den Markt drängen.