Gewalt

Apple-Zulieferfirma Foxconn schließt Fabrik nach Schlägerei

US-Technologiekonzern Apple sieht sich erneut mit großen Problemen beim wichtigen chinesischen Zulieferer Foxconn konfrontiert: Nach einer Massenschlägerei in einem Schlafsaal für Foxconn-Arbeiter ruht die Produktion in einem Werk in Nordchina.

Die Firma, die wegen ihrer Arbeitsbedingungen wiederholt scharfe Kritik auf sich gezogen hatte, wollte weder bestätigen, um welchen Standort es sich genau handelte, noch was genau dort produziert wird. Einem Mitarbeiter zufolge ist das Werk Taiyuan betroffen, das unter anderem das neue iPhone 5 von Apple fertigt. Die Schließung soll voraussichtlich zwei bis drei Tage dauern.

Foxconn meldete, eine „private Streitigkeit“ zwischen einigen Angestellten sei bereits am Sonntag in einem Schlafsaal eskaliert. Die Polizei habe mehrere Stunden gebraucht, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Beteiligt waren rund 2000 Menschen, etwa 40 wurden verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Nach Medienberichten sind drei von ihnen in einem ernsten Zustand. „Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen“, hieß es bei Foxconn. Es sehe aber nicht so aus, als ob der Streit etwas mit der Arbeit zu tun habe.

Beiträge in Internet-Foren hinterließen einen anderen Eindruck. Ein Blogger schrieb unter dem Namen „Jo-Liang“ bei dem Twitter-ähnlichen chinesischen Dienst Sian Weibo, vier oder fünf Sicherheitskräfte hätten einen Arbeiter fast zu Tode geprügelt. In einem anderen Beitrag hieß es, Aufseher hätten bis zu zwei Arbeiter aus der Provinz Henan geschlagen. Dies wiederum habe andere Arbeiter dazu veranlasst, Decken anzuzünden und diese aus den Fenstern zu werfen. Die Beiträge konnten nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden.

Foxconn war in der Vergangenheit mehrfach wegen der Arbeitsbedingungen in die Kritik geraten. Mehrere Angestellte hatten Selbstmord begangen. Nach heftigen Protesten sagten Apple und Foxconn später zu, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. In der nun betroffenen Fabrik sind 79.000 Menschen beschäftigt, insgesamt arbeiten rund eine Million Menschen in China für Foxconn. Die Tochter von Hon Hai Precision Industry ist auch Auftragsfertiger für Dell und Nokia.