Marktbericht

Goldige Zeiten

Daniel Eckert über die Preisentwicklung bei Edelmetallen

Von Warren Buffett stammt der Satz, er halte gar nichts davon, in Gold zu investieren. Was bringe es, dass Metall irgendwo auszugraben, um es dann in einem Tresor an einem anderen Ort wieder unter die Erde zu bringen. Durch geschickte Aktien-Investments ist Buffett zwar der reichste Mann Amerikas geworden, mit seiner Geringschätzung für Gold lag er aber gründlich daneben.

Edelmetalle gehören seit Jahren zu den besten Anlagen überhaupt. In Euro gerechnet hat der Goldpreis vergangenen Freitag einen Rekord markiert: 1375 Euro je Unze. Allein in diesem Quartal ist der Preis des gelben Metalls um zehn Prozent gestiegen. Noch stärker zugelegt hat Silber, der kleine Bruder des Goldes: Dessen Kurs ist seit Juli um 23 Prozent nach oben geschossen.

Zur Jahrtausendwende reichten noch 250 Euro, um eine Unze Gold zu kaufen. Die Unze Silber kostete damals fünf Euro, heute ist es mehr als fünf Mal so viel. Eine Unze entspricht 31,1 Gramm.

Die Produktivität der Notenbanken lässt die Edelmetall-Preise steigen. Spätestens seit der Finanzkrise überbieten sich Europäische Zentralbank (EZB), die US-Notenbank Fed, Bank of Japan und andere darin, immer neues Geld ins Finanzsystem zu pumpen. Auch die People’s Bank of China schlägt neuerdings einen ähnlichen Kurs ein. Die große Inflation der Verbraucherpreise ist bislang ausgeblieben, dafür steigen die Preise von Sachwerten wie Gold und Silber. Ein Ende der lockeren Geldpolitik ist nicht abzusehen, deshalb rechnen die meisten Marktbeobachter mit steigenden Preisen.