Ordnungswidrigkeit

Jeder zehnte deutsche Haushalt lässt schwarzarbeiten

Sie putzen und bügeln, mähen den Rasen oder hüten die Kinder – Haushaltshilfen sind in Deutschland weit verbreitet.

Doch in der amtlichen Statistik findet sich dieser Wirtschaftszweig kaum wieder, denn die meisten arbeiten schwarz. Jeder Zehnte in Deutschland gibt an, schon einmal eine illegale Haushaltshilfe beschäftigt zu haben. Das sind mehr als vier Millionen Haushalte. Die Hälfte davon hat bereits des Öfteren Schwarzarbeiter beschäftigt. Weitere elf Prozent können sich vorstellen, in Zukunft einen heimlichen Helfer zu beschäftigten, wie eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Minijob-Zentrale ergab.

Bei der Minijob-Zentrale sind dagegen im Juni 2012 exakt 242.743 Minijobber in deutschen Haushalten angemeldet. Das sind zwar fünf Prozent mehr als im Vorjahr, aber wohl immer noch nur ein Bruchteil aller Haushaltshilfen in Deutschland. „Während der Bedarf an Unterstützung im Haushalt seit Jahren wächst, steigt die Zahl der Anmeldungen für Minijobber in Privathaushalten deutlich langsamer“, ärgert sich Erik Thomsen, Leiter der Minijobzentrale.

Die Schwarzarbeitgeber-Quote steigt mit dem Alter, dem Einkommen und der Bildung. Der typische Schwarzarbeitgeber ist über 60, kommt aus Westdeutschland, hat Abitur und ein Haushaltsnettoeinkommen über 2000 Euro. Ein schlechtes Gewissen plagt die Schwarzarbeitgeber dabei nicht, auch das ergab die Forsa-Studie unter den mehr als 2000 Befragten. Nur fünf Prozent der Befragten haben Bedenken, weil sie eine illegale Hilfe im Haushalt beschäftigen.

Wer seine Hilfe nicht anmeldet, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro rechnen. Zudem habe die Anmeldung für Arbeitgeber und Helfer zahlreiche Vorteile, wirbt die Minijobzentrale. So kann der Arbeitgeber die Kosten für eine Haushaltshilfe beim Finanzamt geltend machen, und der Helfer ist bei einem Arbeitsunfall versichert. Der Helfer erhält zudem Anspruch auf Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.