Umbau

Steinbrück will die Deutsche Bank aufspalten

Der frühere Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) will die Deutsche Bank zu einem radikalen Umbau zwingen.

Die Handelsaktivitäten des größten deutschen Kreditinstituts müssten organisatorisch vom klassischen Bankgeschäft getrennt werden, empfiehlt der als Kanzlerkandidat gehandelte Politiker laut „Zeit“ in einem Konzept zur Finanzmarkt-Regulierung. Damit könne das Risiko verringert werden, dass der Staat bei Fehlspekulationen von Investmentbanken eingreifen müsse, um Sparguthaben und Kreditversorgung zu schützen. Durch das Holding-Modell solle gewährleistet werden, dass die Deutsche Bank ihre Finanzprodukte aus einer Hand anbieten könne.

Steinbrück will am Dienstag in der SPD-Bundestagfraktion seine Vorschläge präsentieren. In den vergangenen Wochen hätten zwei SPD-Arbeitsgruppen zusammen mit Finanzfachleuten und Wissenschaftlern an dem Konzept gearbeitet. Eine Gruppe wurde vom hessischen SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel geleitet, die andere von Steinbrück.

Steinbrück wird in der SPD als Kanzlerkandidat gehandelt. Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, hat die SPD vor seiner Nominierung gewarnt. „Für alle, die Interesse an einer gesellschaftlichen Veränderung nach links haben, ist das natürlich ein Problem“, sagte sie der „Mitteldeutschen Zeitung“. Sie SPD unter Steinbrück stehe klar für die Fortsetzung des Kurses der Agenda 2010. Würde er Kanzlerkandidat, wäre dies „die Vorentscheidung für die große Koalition“.