Urteil

Stadtplan-Erbe Falk muss 209 Millionen Euro zurückzahlen

Der frühere Internetunternehmer und Börsenstar Alexander Falk ist vom Hamburger Landgericht zu einer Schadensersatzzahlung von 209 Millionen Euro verurteilt worden.

Diese Summe entspricht dem Preis, den Falk bei dem betrügerischen Verkauf seiner Firma Ision im Jahr 2000 in bar erhalten hat. Da Falk bei dem Verkauf die britische Käuferfirma Energis getäuscht habe, müsse er das Geld zurückzahlen, sagte ein Gerichtssprecher. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Falk hatte 1995 mit 26 Jahren den gleichnamigen Stadtplan-Verlag seines Vaters geerbt und ihn später für rund 25 Millionen Euro veräußert. Das Geld investierte er in Internetfirmen. Vor dem Verkauf der Ision hatte Falk deren Umsatz durch Scheinumsätze in die Höhe geschwindelt und so von der Energis einen überzogenen Preis kassiert. Beide Firmen wurden nach dem Geschäft insolvent. Das Landgericht verurteilte Falk 2008 deshalb wegen versuchten Betrugs und anderer Delikte zu vier Jahren Haft. Diese Haftstrafe hat Falk bereits abgesessen. Der ursprüngliche Kaufpreis für die Ision hatte bei mehr als 700 Millionen Euro gelegen. Der Großteil des Preises sei jedoch nicht in bar, sondern durch den Tausch von Aktien bezahlt worden, sagte der Sprecher. Auch diesen Anteil habe Energis zurückhaben wollen. Da jedoch der Wert der Aktien seit dem Kauf auf Null gesunken sei, sah das Gericht keinen Anlass für eine Rückzahlung. Die Klage wurde daher abgewiesen.