Testergebniss

Keine Riester-Rente mit Bestnote

„Finanztest“ bewertet fünf von 29 Angeboten als gut. Viele Versicherungen lohnen sich nicht

Von den zahlreichen Riester-Rentenverträgen eignen sich nur wenige für eine gute private Altersvorsorge. Nur fünf von 29 untersuchten Versicherungsangeboten erhielten in einem Vergleich der Zeitschrift „Finanztest“ die Note „gut“. Angesichts immenser Unterschiede zwischen den Angeboten lohne sich die staatlich geförderte Riester-Rente nur, wenn ein gutes Angebot ausgewählt und bis zum Rentenbeginn Beiträge gezahlt würden. Als ein wichtiges Kriterium legten die Tester die bei Vertragsabschluss garantierte Rente zugrunde. Auf diese Rentenzusage komme es an, um die eigene Altersvorsorge realistisch planen zu können. Überschüsse könnten die garantierte Rente zwar steigern, seien aber ungewiss.

Die Auswertung von 29 Angeboten für einen 37-jährigen Modellkunden ohne Kinder habe deutliche Unterschiede bei der Garantierente ergeben. So seien ihm zwischen 138 und 161 Euro Monatsrente zugesagt worden. Die Differenz von 23 Euro zwischen der niedrigsten und höchsten Monatsrente summiere sich in 15 Jahren auf 4140 Euro.

Im Idealfall sollten die Vertragsunterlagen laut „Finanztest“ eine Modellrechnung enthalten, die über die garantierte Rente ohne mögliche Überschüsse, aber mit den staatlichen Zulagen informiert. So wüssten Kunden schon in jungen Jahren, mit wie viel Rente sie im Alter rechnen könnten. Zweites wichtiges Kriterium für die Tester war, wie gut oder schlecht die Versicherer mit dem Geld ihrer Kunden wirtschaften und wie sie ihre Kunden am Anlageerfolg beteiligen.

Schlechte Noten bekamen die Anbieter beim Thema Kostentransparenz. Eigentlich seien Versicherer seit 2008 verpflichtet, Abschluss- und Verwaltungskosten klar zu benennen. Im Test habe aber kein Versicherer „einfach erkennbar“ gemacht, wie viel von allen Einzahlungen bis zum Vertragsende für Kosten draufgehe. Die Mehrheit der Versicherer richte sich nicht einmal nach der Empfehlung ihres Branchenverbandes GDV, der empfehle, den „Renditeeffekt“ anzugeben. Dieser soll zumindest erkennbar machen, wie stark die Rendite durch Kosten gemindert wird.

Insgesamt schnitten in dem Test mehr Angebote mit „ausreichend“ ab als mit „gut“. „Sehr gut“ war kein einziger Tarif. 26 Versicherer wollten ihre Angebote überhaupt nicht offenlegen, obwohl die Riester-Rente mit viel Geld aus Steuermitteln gefördert wird. Im Juni 2012 hatten mehr als 15,5 Millionen Menschen Riester-Verträge abgeschlossen.

Wer riestern möchte, muss in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sein. Wer vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens in einen Riester-Vertrag einzahlt, bekommt 154 Euro Grundzulage pro Jahr. Für jedes Kind gibt es 185 Euro jährlich, für ab 2008 geborene Kinder sogar 300 Euro jährlich. Die Riester-Beiträge können zudem steuerlich geltend gemacht werden. Wer weniger als vier Prozent einzahlt, bekommt allerdings auch die Zulagen nur anteilig.

Laut „Finanztest“ lohnt sich das Riestern auch für Geringverdiener. Im Verhältnis zum eigenen Sparbeitrag seien die staatlichen Zuschüsse besonders hoch, besonders wenn Kinder da seien. Die von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) propagierte Zuschussrente könne in Zukunft dafür sorgen, dass die Riester-Rente nicht mehr auf die Grundsicherung angerechnet werde.