Energie

Bundesnetzagentur warnt vor Stromausfällen im Winter

Bundesregierung und Bundesnetzagentur wollen aus Furcht vor Strom-Engpässen im kommenden Winter die Energieversorger notfalls per Gesetz zum Weiterbetrieb unrentabler Altkraftwerke zwingen.

„Die Versorgungssicherheit hat absolute Priorität“, zitierte das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ das Wirtschaftsministerium. Man sei in der Lage, „durch schnelle gesetzliche Änderungen die Versorgung sicherzustellen“. Das Ministerium bestätigte auf Anfrage den Bericht.

Auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sprach sich für gesetzlichen Druck aus, sollte es keine Einigung mit den Energieversorgern geben. „Zur Not lässt sich das per Gesetz regeln“, sagte er dem „Handelsblatt“ . Homann plädierte zudem dafür, noch mehr Altkraftwerke für den Notfall weiterlaufen zu lassen. Er bezeichnete die Versorgungssituation im vergangenen Winter als sehr angespannt.

Homann warnte davor, dass Energieversorger konventionelle Kraftwerke abschalten wollten, um ihre Bilanz zu verbessern. „Wir müssen sicherstellen, dass sich die Ankündigung einer Kraftwerksstilllegung nicht zum Geschäftsmodell entwickelt. Zur Not lässt sich das per Gesetz regeln.“ Bis Ende Oktober müsse es einen Lösung geben, die nicht einseitig zulasten der Stromverbraucher gehen dürfe. „Wir brauchen den Verzicht auf Kraftwerksstilllegungen zu akzeptablen Kosten“, forderte Homann. Offenbar sei ein Gesetz nötig, um die Abschaltung konventioneller Kraftwerke zu verhindern, zitierte der „Spiegel“ den wirtschaftspolitischen Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU).

Erfolglose Verhandlungen

Regierung und Netzagentur wollen nach der Abschaltung von Atomkraftwerken im Zuge der Energiewende eine Reihe älterer Kraftwerke, die mit fossilen Brennstoffen arbeiten und deren Betrieb sich wirtschaftlich nicht mehr rechnet, als Kaltreserve für die Stromversorgung bereithalten. Über die Bedingungen dafür verhandelt die Netzagentur bislang erfolglos mit den Energiekonzernen, die sich den Weiterbetrieb bezahlen lassen wollen. Die Kaltreserve von fossilen Altkraftwerken für die Zuschaltung im Notfall sei „nicht in Stein gemeißelt“, sagte Homann. Es könnte sinnvoll sein, sie vor dem Winter von derzeit 1600 Megawatt auf 2000 Megawatt aufzustocken.