Banken

Sparkassen verzichten auf Fusion von Deka und LBB

Bis Dezember soll entschieden werden, wie beide Institute zusammenarbeiten können

Der Fondsdienstleister Deka und die Landesbank Berlin (LBB) werden nicht verschmolzen. Die Sparkassen, denen beide Finanzinstitute gehören, haben sich nach einer Überprüfung durch die Unternehmensberatung Roland Berger gegen eine Zusammenlegung entschieden, sagte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon. „Eine Vollfusion von LBB und Deka halten wir wirtschaftlich nicht für vernünftig“, sagte Fahrenschon. „Das Geschäftsmodell der LBB als Berliner Großsparkasse unterscheidet sich zu stark von dem der Deka als großem Fondsdienstleister.“

Die Sparkassen haben im vergangenen Jahr die volle Kontrolle bei der Deka übernommen und anschließend von Roland Berger alle Möglichkeiten von einer Kooperation mit der LBB bis hin zu einer Fusion prüfen lassen. Nun liegen erst Zwischenergebnisse vor. „Die Studie hat auch gezeigt, dass eine reine Kooperation von LBB und Deka nicht ausreicht“, erklärte Fahrenschon. „Wir werden den Weg einer Zusammenlegung einzelner Bereiche gehen.“ Hintergrund ist, dass die LBB und die Deka in vielen Bereichen ähnliche Geschäfte betreiben. Die Sparkassen, Eigentümer beider Institute, würden gern die Kosten drücken und möglichst Doppelstrukturen abbauen. Die LBB ist komplett im Besitz deutscher Sparkassen. Diese haben jüngst die letzten Minderheitsaktionäre aus der LBB gedrängt.

Zusammenlegungen geplant

„Die LBB hat ihre Stärken im Sparkassen- und Immobilienkreditgeschäft.“ Auch die LBB-Kapitalmarkteinheit mit dem Zertifikate-Angebot sei „ein echter Pluspunkt“. Bei der Deka liege der Fokus dagegen klar im Fondsgeschäft, fügte er hinzu. „Wir werden in den nächsten Wochen Arbeitsgruppen einsetzen, die mögliche Zusammenlegungen vorbereiten.“ Entscheidungen sollen spätestens im Dezember fallen.

Beim Fondsanbieter Deka baut der ehemalige bayerische Finanzminister auch sonst kräftig um. Am Mittwoch beschloss der Verwaltungsrat, den Fahrenschon leitet, die Führung der schwächelnden Fondssparte umzubauen und ins Zertifikate-Geschäft für Kleinanleger einzusteigen. Die Neuerung birgt Brisanz, weil die Deka im Zertifikate-Geschäft damit künftig den Landesbanken Konkurrenz machen wird, die ebenfalls zum öffentlich-rechtlichen Bankenlager gehören. Zudem gilt gerade die LBB als stark im Zertifikate-Geschäft. „Es ist nicht dass Ziel, dass die Deka Landesbanken Konkurrenz macht, im Zertifikate-Geschäft und einigen anderen Geschäftsfeldern kann ich das aber auch nicht ausschließen“, sagte Fahrenschon. „Als Institut aller deutschen Sparkassen ist der Deka im Verbundgeschäft zumindest das erlaubt, was andere Landesbanken auch dürfen.“

Das Kapitalmarktgeschäft der Deka, das vielen Sparkassen-Funktionären ein Dorn im Auge ist, soll die Bank weiter herunterfahren. „Die Deka baut seit einiger Zeit Risiken ab und fährt das Kapitalmarktgeschäft zurück, das viele Risikoaktiva bindet“, sagte Fahrenschon. Der seit April als kommissarischer Deka-Chef tätige Oliver Behrens habe in diesem Bereich bereits wesentliche Veränderungen eingeleitet – „und diesen Kurs werden wir weiter fortsetzen“, betonte Fahrenschon. „Die Hauptaufgabe der Deka ist es, der zentrale Dienstleister im Wertpapierbereich zu sein. Nur aus diesem Grund soll die Deka am Kapitalmarkt aktiv sein – so viel wie nötig, so wenig wie möglich.“