Investor

US-Konzern lässt in Adlershof forschen

Corning eröffnet Standort im Technologiepark

Für Klaus Wowereit (SPD) ist es eine willkommene Abwechslung in diesen Wochen, in denen er fast täglich Prügel wegen des Flughafendesasters einstecken muss. An diesem Mittwoch kann Berlins Regierender Bürgermeister einen namhaften Investor im Technologiepark Adlershof begrüßen. Der US-Technologiekonzern Corning wird sein europäisches Forschungszentrum im Südosten Berlins eröffnen. Ein Neubau ist in Planung. Flächen für Büro und Labore sind schon gemietet. Wowereit tat schon einen Tag vorher per Mitteilung seine Freude kund. Die Ansiedlungsentscheidung eines renommierten internationalen Konzerns gebe dem Technologiepark „wichtige neue Impulse“.

Für den Technologiepark im Südosten der Stadt ist es in der Tat ein bemerkenswerter Erfolg. Bislang sind dort vor allem kleine Unternehmen angesiedelt. Beim Technologieparkbetreiber Wista weist man gern auf die 400 Firmen und rund 15.000 Arbeitsplätze hin. Viele Jobs hängen jedoch an vor allem öffentlich finanzierten Forschungsinstituten. Größere private Arbeitgeber sind vor allem die Solarunternehmen Solon und Soltecture, die beide insolvent gingen. Solon arbeitet mit indischem Besitzer weiter; Soltecture sucht noch seinen Retter.

Nun eröffnet, mit zunächst 50 Mitarbeitern, ein Weltkonzern in Adlershof seine Filiale. Corning beschäftigt weltweit rund 25.000 Mitarbeiter und machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von acht Milliarden Dollar (6,23 Milliarden Euro). Die Amerikaner sind Glasspezialisten. Die Display-Oberfläche des iPhone sowie zahlreicher weiterer Mobilgeräte wird von Corning hergestellt. Zudem baut und entwickelt der Konzern Glasfasertechnik für die Datenübertragung. Für diesen Zweig wird in Adlershof das europäische Forschungszentrum aufgebaut. Zu Wissenschaftlern vor Ort hat der Konzern schon Kontakt aufgenommen.

Bei Wista hoffen sie nun auf eine Signalwirkung durch die Ansiedlung. Mit dem Namen Corning, so die Hoffnung, könnten weitere Großunternehmen für den Standort interessiert werden. Siemens und Jenoptik sind ebenfalls mit kleineren Einheiten vor Ort.

Wowereit kämen Erfolgsmeldungen dieser Art in jedem Fall gelegen. Die Verkündung über die Pläne von Corning sollte erst am Mittwoch erfolgen. Doch die Senatskanzlei sucht derzeit händeringend nach guten Nachrichten – und veröffentlichte deswegen die Meldung über die Ansiedlung in Adlershof schon einen Tag früher als geplant.