USA

Rekord-Belohnung für Informant in Steueraffäre um Schweizer UBS

Als Informant für die US-Behörden brachte er die Steueraffäre um die Schweizer Großbank UBS ins Rollen, jetzt hat der frühere Banker Bradley Birkenfeld eine Belohnung von 104 Millionen Dollar (umgerechnet etwa 80,8 Millionen Euro) erhalten.

Die Zahlung der US-Steuerbehörde IRS sei die wohl höchste Summe, die jemals ein Tippgeber in den USA erhalten habe, teilte die regierungsunabhängige Organisation National Whistleblower Center am Dienstag mit. Für seine Beteiligung an der systematischen Steuerhinterziehung war Birkenfeld selbst zu einer Haftstrafe von 40 Monaten verurteilt worden.

Als Angestellter von UBS hatte Birkenfeld die IRS mit Informationen über Offshore-Konten versorgt, auf denen US-Bürger ihr Vermögen vor dem Fiskus versteckten. Nach einem zähen Rechtsstreit zahlte die Großbank 2009 im Rahmen eines Vergleichs 780 Millionen Dollar an die USA. Außerdem erreichte Washington, dass die UBS trotz des Schweizer Bankgeheimnisses Informationen über Konten von tausenden mutmaßlichen US-Steuersündern liefern musste.

Durch Birkenfelds Aussagen erhielt die US-Steuerberhörde IRS dem amerikanischen National Whistleblower Center zufolge mehr als fünf Milliarden Dollar an ausstehenden Steuern und Bußgeldern. Über 35.000 US-Steuerzahler hätten in der Folge an einem Amnestieprogramm für Steuersünder teilgenommen. Birkenfelds Rechtsanwälte würdigten die Belohnung als wichtigen Schritt beim Kampf gegen Steuerbetrug und zur Motivation anderer Whistleblower.

Der Ex-Banker hatte sich selbst vor Gericht verantworten müssen, weil er einem kalifornischen Immobilienhändler geholfen hatte, rund 200 Millionen Dollar auf Konten in der Schweiz und in Liechtenstein zu verstecken. Birkenfeld bekannte sich schuldig und wurde im August 2009 verurteilt zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt worden, von denen er etwa zweieinhalb verbüßte.