Apple-Handy

Wachsen mit dem iPhone 5

Das neue Apple-Handy wird heute vorgestellt. Einer Studie zufolge sorgt es für spürbares Wirtschaftswachstum

Wirtschaftswunder iPhone: Das neue Modell des Apple-Verkaufsschlagers wird einer Studie zufolge nicht nur dem amerikanischen Konzern, sondern der gesamten US-Wirtschaft zugutekommen. Der erwartete Erfolg des Smartphones könne das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal, auf das Jahr hochgerechnet, um 0,25 bis 0,5 Prozent steigern, schrieb JPMorgan-Chefvolkswirt Michael Feroli an Kunden der Bank. Andere Experten halten diese Rechnung allerdings für überzogen. Technikfans warten seit Monaten auf die nächste Generation – das iPhone 5, das höchstwahrscheinlich am Mittwoch in San Francisco vorgestellt wird. Zuletzt hatte sich deswegen auch die Nachfrage nach dem derzeit noch aktuellen iPhone 4S abgekühlt, weil Kunden auf das neue Gerät warteten.

Das iPhone hat seit seiner Markteinführung 2007 die Handy-Branche revolutioniert und viele Nachahmer gefunden. Es steht für mehr als die Hälfte des Umsatzes des nach Börsenkapital wertvollsten Konzerns der Welt. Im abgelaufenen Quartal ging das Apple-Gerät 26 Millionen Mal über den Ladentisch – der größte Konkurrent Samsung kam allerdings fast auf den doppelten Absatz. Branchenkreisen zufolge wird das iPhone 5 über einen größeren Bildschirm mit höherer Auflösung verfügen. Damit wolle Apple die Galaxy-Modelle von Samsung angreifen. Samsung will Apples Erfolg allerdings einen Strich durch die Rechnung machen. Der südkoreanische Elektronikkonzern hat laut der „Korea Times“ bereits eine Patentklage in der Schublade, die er, sobald das neue iPhone erscheint, vor Gericht bringen will. Samsung wirft Apple vor, dass das neue Smartphone den 4G-Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution) benutzt, den Samsung selbst schützen ließ.

Angeblich soll das iPhone 5 einen größeren Bildschirm bekommen: Das Vierer-Modell maß noch 3,5 Zoll, sein Nachfolger soll nun einen halben Zoll größer werden. Der größere Bildschirm soll aber nichts an der Breite des Geräts verändern, sondern nur das Smartphone verlängern. Insgesamt soll das iPhone 5 nur wenig größer werden, weil der Rahmen, der den Bildschirm einfasst, schmaler wird. Die Berührungssensoren sind beim iPhone 5 in das LCD-Display integriert. Dadurch spart Apple eine weitere Schicht und einen halben Millimeter.

Wie schon bei der Einführung des ersten iPhones wartet Apple auch bei seinem Fünfermodell mit einer neuen SIM-Karten-Größe auf. Für die Nutzer ist diese Änderung lästig, denn sie müssen sich eine neue SIM-Karte bestellen. Auch das alte Ladegerät wird nicht passen.

JPMorgan-Analyst Feroli geht davon aus, dass das iPhone 5 allein von Oktober bis Dezember etwa acht Millionen Mal verkauft wird. Er rechnet mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 600 Dollar (rund 470 Euro). Etwa 200 Dollar davon gehen an ausländische Zulieferer. Die restlichen 400 Dollar fließen in die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts ein. Der iPhone-Verkauf dürfte der Studie zufolge damit die US-Wirtschaftsleistung im vierten Quartal um rund 3,2 Milliarden Dollar anheben. Auf das Jahr hochgerechnet, entspricht das 12,8 Milliarden Dollar. „Das begrenzt das Risiko für unsere Wachstumsprognose im Schlussquartal, die bei 2,0 Prozent bleibt“, sagte Feroli.

Commerzbank-Analyst Christoph Balz hält die Studie für stark vereinfacht. Es werde unterstellt, dass die Leute ihr Geld nur für das iPhone ausgeben und ansonsten parken würden, sagte Balz. Die Wahrscheinlichkeit sei allerdings hoch, dass sie ansonsten in Urlaub fahren, sich einen Fernseher oder ein anderes Smartphone kaufen. Deswegen rechne er nicht damit, dass der Impuls auf die Wirtschaftsleistung so hoch ausfalle.