Wiederwahl

Die IHK will den Kreativen helfen

Ex-Universal-Chef Tim Renner ins Präsidium gewählt

- Drei Schwerpunkte hat sich Berlins wiedergewählter IHK Präsident Eric Schweitzer für die nächsten fünf Jahre vorgenommen, um die wirtschaftliche Entwicklung in der Stadt weiter zu befördern: Unterstützung der Kreativ- und IT-Wirtschaft, Wissenschaftstransfer in Unternehmen und Kampf gegen den Fachkräftemangel. Im Gespräch ließ er noch offen, ob er im November auch für das Präsidentamt des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) kandidiert.

Präsidium Neuer Vizepräsident der IHK Berlin ist Handwerkskammer-Präsident Stephan Schwarz. Das unterstreiche die enge Zusammenarbeit zwischen IHK und HWK, sagte Schweitzer. Neues Mitglied ist Tim Renner. Der Ex-Geschäftsführer von Universal Music soll sich um die Kreativwirtschaft kümmern.

Kreativwirtschaft Sie steht für die geänderte wirtschaftliche Struktur der Stadt. Allein die IT- Branche umfasst 6000 Unternehmen, beschäftigt 80.000 Menschen und setzt sechs Milliarden Euro um. Berlin sei, sagt Schweitzer, mittlerweile weltweit die Nummer vier der Branche. Rang drei sei Ziel bis 2017. Steigende Mieten drücken auch die sich ebenfalls stark entwickelnde Kreativ-Szene Die IHK will Lösungen ähnlich denen für private Mieter (Deckelung, Mietminderung) erreichen. Vergleichbares soll für die freie Kultur-Szene mit dem Senat ausgehandelt werden.

Wissenschaft Berlins starke Wissenschaftslandschaft sei der Humus auch für ein stärkeres industrielles Wachstum, sagt Schweitzer. Das müsse für den geplanten Technologiestandort Tegel genutzt werden. Der brauche ähnliche finanzielle Aufbauhilfe wie Adlershof (insgesamt 1,3 Milliarden Euro).

Fachkräfte Gemeinsam mit den Gewerkschaften und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit will die IHK "strategische Leitplanken" erarbeiten, um alle verfügbaren Reserven für den Arbeitsmarkt fit zu machen.

Kandidatur Ob Schweitzer für das Spitzenamt des DIHK kandidiert, macht er von drei Voraussetzungen abhängig: Er muss es wollen (kaum noch Privatleben), Präsident Heinrich Driftmann (Kölln Flocken) muss ihn vorschlagen und die Wahl sicher sein. Noch überlege er. Aber wie immer er sich entscheide, er werde Präsident der Berliner IHK bleiben, "weil mir Berlin eine Herzensangelegenheit ist".