Prozess

Einigung gescheitert - Oracle zieht erneut gegen SAP vor Gericht

Oracle lässt im Rechtsstreit mit SAP nicht locker.

- Das Verfahren zwischen den beiden Konzernen um den Diebstahl von Software-Daten geht in die nächste Runde. Oracle hat Berufung eingelegt. "Schlechtestenfalls dauert das Berufungsverfahren zwei Jahre", sagte ein SAP-Sprecher. Verhandelt werde vor einem Berufsgericht in San Francisco.

In erster Instanz hatte ein Geschworenengericht SAP in dem seit 2007 anhängigen Verfahren wegen unerlaubter Daten-Downloads zu 1,3 Milliarden Dollar (rund eine Milliarde Euro) Schadenersatz verurteilt. Eine Berufsrichterin bezeichnete den Juryspruch 2011 als "völlig überzogen" und kürzte die Summe auf 272 Millionen Dollar. Oracle akzeptierte Anfang August, legte aber nun Berufung ein, um in zweiter Instanz - vor einem neuen Gericht - eine höhere Entschädigung zu erreichen.

Der Anlass für den Streit zwischen SAP und seinem größten Rivalen im Markt für Unternehmenssoftware liegt Jahre zurück. SAP hatte 2005 den kleinen Software-Dienstleister TomorrowNow erworben, um Oracle Kunden abspenstig zu machen. TomorrowNow wartete unter anderem Oracle-Software. Bei gut 300 Kunden mit Oracle-Software griffen Mitarbeiter illegal auf Datenbanken von Oracle zu. SAP übernahm die Verantwortung und entschuldigte sich bei Oracle.