Tarifkonflikt

Lufthansa-Flugbegleiter wollen am Dienstag wieder streiken

Allein der erste Streiktag hat die Lufthansa Millionen gekostet - und schon laufen die Vorbereitungen der Flugbegleiter für einen neuen Ausstand auf Hochtouren.

- Am Dienstag soll der Ausstand fortgesetzt werden, teilte die Flugbegleitergewerkschaft Ufo am Sonntagabend auf ihrer Internetseite mit. Die Zentrale Streikleitung berate noch, wo und wann genau diese Streiks stattfinden werden. Schon der erste achtstündige Streik am Freitag sorgte für Chaos am Frankfurter Flughafen. Das dürfte beim nächsten Mal nicht anders sein. "Die Möglichkeit der Vorbereitung auf die Streiks ist für uns und unsere Fluggäste sehr eingeschränkt", gestand ein Lufthansa-Sprecher am Sonntag ein.

Eine Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht. Beide Seiten sehen die Gegenpartei am Zug. "Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass unser Angebot verhandlungsfähig ist", sagte der Lufthansa-Sprecher. Das Unternehmen bietet ein Gehaltsplus von 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von drei Jahren. Allerdings sollen die Flugbegleiter dafür länger arbeiten.

Ufo kämpft für fünf Prozent mehr Lohn über 15 Monate und gegen die Auslagerung von Stellen. Die Lufthansa müsse nachbessern. Das Angebot bedeute für die Belegschaft massive Gehaltseinbußen. Die Gewerkschaft rufe zu weiteren Streiks auf. "Wir werden einen Tag vorher sagen, an welchem Tag wir streiken, und sechs Stunden vorher, wo und zu welcher Uhrzeit", sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Am Sonntag normalisierte sich der Flugplan. Noch am Sonnabend musste die Lufthans rund 20 innerdeutsche und europäische Flüge streichen, obwohl die Flugbegleiter ihre Arbeit bereits am Freitag um 13 Uhr wieder aufgenommen hatten. Am Freitag hatte der von 5 bis 13 Uhr dauernde Streik am Frankfurter Flughafen für Chaos gesorgt. 26.000 Passagiere saßen fest, 190 Flüge fielen aus, der größte Flughafen Deutschlands wurde teilweise geschlossen. Vorübergehend durfte in ganz Europa kein Flugzeug mehr Richtung Frankfurt starten - die Parkpositionen waren knapp geworden. Der Streik der Flugbegleiter habe die Lufthansa Millionen gekostet. "Genauer lässt sich der Schaden noch nicht beziffern", sagte der Konzernsprecher.