Krise

Katalonien bittet spanische Regierung um Finanzhilfe

Katalonien ist eine der reichsten Gegenden Spaniens. Keine der 17 spanischen Regionen hat eine dynamischere Wirtschaft. Zugleich aber ist die Region hoch verschuldet.

- So sehr, dass Katalonien nun die Regierung in Madrid um Finanzhilfen in Höhe von etwa fünf Milliarden Euro bitten will. Im Juli konnte die Region bereits kein Geld mehr für Krankenhäuser und Altenheime ausgeben. Medienberichten zufolge fehlten allein hier 400 Millionen Euro. Die spanische Regierung hat einen Fonds mit 18 Milliarden Euro eingerichtet, um die Regionen zu unterstützen. Im Juli hatte als Valencia als erste spanische Region um Finanzhilfen gebeten.

Spanien befindet sich seit dem Platzen einer Immobilienblase 2008 in einer Krise. Und die Verunsicherung unter den Verbrauchern reißt das Land noch tiefer in die Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte vor allem wegen der schwachen Binnennachfrage von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal um 0,4 Prozent, wie die Statistikbehörde INE meldete. Im ersten Quartal hatte es ein Minus von 0,3 Prozent gegeben. Die Regierung erwartet, dass es im zweiten Halbjahr weiter abwärts geht, hofft aber auf 2013. Vor allem der Export soll es richten. Immerhin konnte sich das Land an den Finanzmärkten frisches Geld besorgen - zu annehmbaren Zinsen.