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Geschworene im Rockband-T-Shirt

Ruhestand Der jüngste Geschworene war 24 Jahre und trug im Gericht ein T-Shirt mit dem Namen einer Rockband. Unter den anderen acht waren eine Hausfrau, ein Elektroingenieur im Ruhestand, der Manager eines Fahrradladens und ein ehemaliger Marineangehöriger. Sie hatten darüber zu befinden, ob der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung gegen Patente von Apple verstoßen hat. Das Urteil war eindeutig: Samsung soll eine Milliarde Dollar Schadensersatz zahlen. Kritiker des Urteils sind überzeugt, dass die Geschworenen mit dem Fall überfordert waren. Die juristische Auseinandersetzung zwischen Apple und Samsung ist nur eine von vielen, die Zahl der Patentklagen ist gerade im Techniksektor in jüngster Zeit geradezu explodiert. Die Beratungsfirma Price- WaterhouseCoopers hat zwischen 2006 und 2010 insgesamt 182 Klagen im Bereich Elektronik, Software und Telekommunikation gezählt. In den fünf Jahren zuvor waren es 77. Zunehmend werden die Prozesse auch vor Geschworenengerichten geführt statt nur vor Richtern. Dass unterlegene Parteien dann eine Reform des Patentsystems anmahnen, ist klar, aber auch Juristen stellen die Frage, ob normale Bürger in so wichtigen und hochkomplexen Fällen urteilen sollten.

Fragen Im Streit Apple gegen Samsung musste die Jury Hunderte Fragen beantworten, mehr als zwei Dutzend elektronische Geräte begutachten, hatte zwölf Patente zu studieren und sollte dabei auch noch die 109-seitigen Anweisungen der Vorsitzenden Richterin beachten.