Patentstreit

Investoren fürchten Verkaufsverbot für Samsung

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Technologiekonzern verliert zwölf Milliarden Dollar Wert

- Nach der Niederlage im Patentstreit mit Apple hat Samsung am Montag mehr als zwölf Milliarden Dollar an Börsenwert verloren - die Aktie brach um 7,5 Prozent ein. Dem Smartphone-Weltmarktführer mit seiner Galaxy-Reihe droht ein Verkaufsverbot für seine jüngsten Modelle in den USA. Das Handy- und Tabletgeschäft steht für 70 Prozent des Samsung-Gewinns, der im vergangenen Quartal bei 4,5 Milliarden Dollar lag. Bislang litten vor allem Nokia und Microsoft unter der Vorherrschaft von Samsung und Apple, die zwar vor Gericht unerbittlich gegeneinander kämpfen, ansonsten aber enge Lieferbeziehungen pflegen. Analysten schätzen, dass Nokia und Microsoft das Urteil zugute kommt und sie dank ihrer Partnerschaft an Boden gewinnen. Zudem dürfte Prozesssieger Apple seine Stellung auf dem Smartphone- und Tabletmarkt festigen.

Wie ein Damoklesschwert schwebt ein mögliches Verkaufsverbot über Samsung. Apples Anwälte haben nach dem Gerichtsurteil vom Freitag angekündigt, dies anzustreben. Noch ist unklar, ob der iPhone- und iPad-Konzern auch gegen das neueste Samsung-Flaggschiff Galaxy S III vorgeht. Es ist mit Abstand der Bestseller des Unternehmens. Seit seinem Debüt im Mai ist es mehr als zehn Millionen Mal über den Ladentisch gegangen. Sollte das Verkaufsverbot auch dieses Modell betreffen, wäre dies ein immenser Schlag für Samsung. Apples neues iPhone, mit dem im Herbst gerechnet wird, würde dadurch einen zusätzlichen Schub erhalten.

Vorteil für Microsoft

Die arg gebeutelte Nokia-Aktie kletterte um mehr als zehn Prozent. "Neben Apple halten wir Microsoft und Nokia für die größten Profiteure dieses Urteils", stellte Nordea-Analyst Sami Sarkamies fest. Die Nomura-Experten äußerten sich ähnlich: "Wir denken, dass die wahren Gewinner Microsoft und das Windows-Handy sein werden." Microsoft sei in guter Position und könne nun Konsumenten dazu bringen, von Android-Geräten auf Windows umzusteigen. Bisher läuft das Android-Betriebssystem von Google auf rund 65 Prozent aller Smartphones weltweit. Nokia ist derzeit der größte Hersteller von Windows-Mobilfunkgeräten - allerdings liegt der gesamte Marktanteil nur bei rund fünf Prozent.

Samsung hat eine Fortsetzung des Patentkampfes angekündigt, um seine Rechte durchzusetzen. Das Urteil des US-Gerichts im kalifornischen San Jose - nur wenige Kilometer vom Apple-Hauptsitz entfernt - soll angefochten werden. Die meisten Branchenexperten rechnen nicht damit, dass das Urteil, wonach Samsung zentrale Eigenschaften von Apple-Produkten kopiert hat, den Konzern dauerhaft schwächt. Die Schadenersatzzahlung von rund einer Milliarde Dollar dürfte das Unternehmen kaum stören, schwerer könnte ihm aber ein Verkaufsverbot zusetzen. Bisher haben die Südkoreaner aber bewiesen, dass sie in der Lage sind, auf Gerichtsentscheidungen schnell mit dem Umbau von Geräten zu reagieren.

( rtr )