Energie

Bundeskartellamt bemängelt hohe Kosten für Fernwärme

Viele Fernwärmekunden zahlen für Heizung und Warmwasser zu viel.

- Der Preisunterschied zwischen einzelnen Netzgebieten beträgt in einigen Fällen mehr als 100 Prozent. Das geht aus dem Abschlussbericht der Sektoruntersuchung Fernwärme hervor, den das Bundeskartellamt in Bonn vorlegte. Es gebe klare Wettbewerbsdefizite. Die Gebiete, die die höchsten Gewinne abwerfen, sollen nun genauer unter die Lupe genommen werden. Die Untersuchung ergab ferner, dass die Preise dort tendenziell höher sind, wo die Kommunen den Anschluss an das Fernwärmenetz vorschreiben. Unterschiedlich waren die erzielten Gewinne auch in den einzelnen Bundesländern. Konkrete Fälle nennt die Behörde in ihrem Bericht nicht.

2011 wurden 12,7 Prozent der bestehenden Wohnungen mit Fernwärme beheizt. Bei den Neubauten waren es 16,2 Prozent. Das geht aus den Angaben der statistischen Landesämter hervor. 2009 lag der bundesweite Umsatz im Fernwärmegeschäft mit Privatkunden dem Bundeskartellamt zufolge bei rund 3,5 Milliarden Euro. Das Kartellamt befragte 74 Unternehmen zu ihren Fernwärmegeschäften und wertete Daten für 1200 Netzgebiete aus den Jahren 2007 und 2008 aus.