Technologie

Das Telefon steuert den Kühlschrank

Auf der Ifa zeigt die Elektronikbranche die neuesten Produkte. Der Trend geht zu vernetzten Geräten

- Fußball-Europameisterschaft, Olympische Spiele - die Unterhaltungselektronikbranche konnte bisher nicht klagen. Immer zu solchen sportlichen Großereignissen überlegt sich der eine oder andere, zum Beispiel doch noch in einen neuen Fernseher zu investieren, um die Veranstaltungen auch in passender Qualität anzuschauen. Eigentlich müsste die zweite Jahreshälfte für die Hersteller und Händler etwas ruhiger verlaufen, doch die rechnen noch einmal mit einem Schub - dank der Ifa.

Kommenden Freitag öffnet die wichtigste Messe der Branche ihre Tore unter dem Funkturm. Gezeigt werden zahlreiche Neuigkeiten. Die Vernetzung aller Geräte, größere und bessere Bildschirme und aufwendige Lautsprechersysteme sind dabei die großen Trends. Die Technik soll außerdem immer komfortabler zu bedienen sein - moderne Kühlschränke können zum Beispiel per Smartphone eingestellt werden. Die neuen Geräte verbrauchen auch immer weniger Energie.

Die Ifa ist bereits seit April ausgebucht und legt in diesem Jahr erneut in der Fläche zu. Das liege auch daran, dass Anzahl und Vielfalt der Unterhaltungsgeräte in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen seien, sagte Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin. Seit 2007, der Umstellung auf einen jährlichen Takt, habe die Messe jährlich zugelegt. "Die Ifa wächst. Für Handel und Industrie findet sie zum besten Zeitpunkt im Jahr statt, um sich auf die Hauptsaison vorzubereiten", sagte Göke. Die Fläche lege mit rund 143.200 Quadratmetern noch einmal um vier Prozent zu. Die Zahl der Aussteller will die Ifa in der kommenden Woche bekannt geben. 2011 kamen 1441 Aussteller auf das Gelände unterm Funkturm.

Die Aussteller sind optimistisch. Trotz merklich abgekühlter Stimmung in der deutschen Wirtschaft gebe es eine stabile Entwicklung im Konsumklima, sagte Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsmitglied der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (GFU), die gemeinsam mit der Messe Berlin die Ifa ausrichtet. Inklusive Smartphones und Tablet-Computern erwarte die Branche für das laufende Jahr ein Geschäftsvolumen von 29 Milliarden Euro und damit ein Plus von über vier Prozent.

Die Unterhaltungselektronik allein werde in diesem Jahr einen Umsatz von rund 15 Milliarden Euro verzeichnen, sagte Kamp, der auch Vizepräsident des Elektrofachverbands ZVEI ist. Mit Blick auf abweichende Zahlen und Prognosen des IT-Fachverbands Bitkom sagte Kamp, die Datenbasis für die von GFU und ZVEI ermittelten Prognosen sei verlässlich. Bitkom rechnet mit 21,9 Milliarden Euro Umsatz bei Unterhaltungselektronik, Smartphones und Tablet-Computern. "Wenn jemand über Unterhaltungselektronik spricht, der nicht in der Branche drin ist, ist das immer problematisch", sagte Kamp. Seit Jahren gibt es zwischen den Verbänden Kompetenzgerangel. Während der Bitkom-Verband auch große Teile der IT-Industrie vertritt, repräsentiert die GFU die Unterhaltungselektronikbranche.

Die Ifa startet am Freitag kommender Woche (31. August). Bis 5. September zeigen die Hersteller auf dem Messegelände neue Produkte und ihr aktuelles Sortiment. Weil nicht nur Elektronik, sondern auch Haushaltsgeräte im Programm sind, nennt sich die Schau nicht mehr Internationale Funkausstellung, sondern nur noch kurz Ifa.

Im Sommergarten der Messe sollen in diesem Jahr unter anderen der Komiker und Musiker Helge Schneider sowie Soulsänger Xavier Naidoo auftreten. Eine Tageskarte für die Messe kostet im Vorverkauf elf und an der Kasse 15 Euro. Schüler zahlen ermäßigt 6,50 Euro.