Arbeitsplätze

Opel verkündet am Geburtstag Kurzarbeit in zwei Werken

Was für eine Nachricht zum Geburtstag: Auf den Tag genau 150 Jahre nach der Unternehmensgründung verkündet der Autobauer, dass rund 9300 Beschäftigte bis Jahresende 20 Tage kurzarbeiten und dafür Einbußen beim Einkommen in Kauf nehmen müssen.

- So will das angeschlagene Unternehmen die Kosten zumindest etwas senken.

"Es ist erstmal richtig und notwendig, die Kosten zu senken", sagt Autoexperte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Allerdings sei die Maßnahme nur eine Übergangslösung. Die langfristigen Probleme blieben bestehen: "Ich glaube nicht, dass sich der Markt bis dahin erholt oder dass Opel wie Phönix aus der Asche zum begehrten Anbieter aufsteigt." Kurzarbeitergeld zahlt die Arbeitsagentur maximal sechs Monate lang gezahlt.

Opel-Personalvorstand Holger Kimmes scheint die Hoffnung auf ein Ende der Absatzflaute noch nicht aufgegeben zu haben: "Jetzt ist das Instrument der Kurzarbeit die richtige Maßnahme zur Überbrückung dieser Marktschwäche." Opel schreibt seit 1999 - mit Ausnahme von 2006 - Verluste. Allein im zweiten Quartal 2012 waren es operativ 361 Millionen Dollar (294 Millionen Euro).

Ganz drastisch werden die Einbußen der Belegschaft in Rüsselsheim und Kaiserslautern nicht ausfallen. Nach Informationen aus dem Unternehmen müssen die Tarifbeschäftigten in Rüsselsheim monatlich auf maximal sechs Prozent ihres Nettoeinkommens verzichten - unabhängig von der Zahl der Kurzarbeitstage. Zudem stockt Opel die Sozialleistung auf.