Prognose

Berlins Wirtschaft wächst um nur ein Prozent

Wirtschaftssenatorin erwartet 2013 Schub durch BER

- Die Hoffnung ist noch nicht verschwunden. Trotz der Turbulenzen um Terminverschiebung und ungesicherte Finanzierung erwartet Berlins Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (parteilos) vom neuen Flughafen BER wichtige Impulse für die Wirtschaftskraft der Hauptstadt. "Ich setze auf die starke Kraft des Flughafens", sagt von Obernitz bei Vorstellung des "Wirtschafts- und Innovationsberichts Berlin". In diesem Jahr wird die Schubkraft von Schönefeld ausbleiben, nächstes Jahr ist sie zweifelhaft.

Für 2012 erwartet von Obernitz ein Wachstum von ein Prozent für Berlin. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang. 2011 wuchs die Wirtschaft der Hauptstadt um 2,3 Prozent. Tritt die Prognose für das laufende Jahr ein, könnte Berlin sogar etwas leichter wachsen als die deutsche Wirtschaft insgesamt. Dafür schwanken die Vorhersagen zwischen 0,7 Prozent (Bundesregierung) und einem Prozent (Bundesbank).

Trotz erheblicher Risiken durch Euro-Krise und eine fragile Weltkonjunktur präsentieren sich Berliner Unternehmen in guter Verfassung. Davon zeugt unter anderem der Zuwachs an neuen Arbeitsplätzen. Von Obernitz verwies darauf, dass es im Mai 2012 rund 40.000 mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in der Stadt gab als ein Jahr zuvor. Wachstumsimpulse kommen laut Wirtschaftsverwaltung vor allem aus der Industrie, dem Bau sowie dem Tourismus.

Künftiges Wachstum, so wird es vom Senat seit Jahren beschworen, soll die enge Verzahnung der Berliner Forschungseinrichtungen mit Unternehmen sein. Das Land hat fünf Schwerpunkte gebildet, denen man besondere Förderung zukommen lassen will. Institutionen wie Berlin Partner, die Investitionsbank Berlin oder die Technologiestiftung kümmern sich besonders intensiv um die fünf sogenannten Cluster Gesundheitswirtschaft, Energietechnik, Verkehr und Mobilität, Kreativwirtschaft und Optik. "Berlin ist auf dem Weg zur Wirtschaftsmetropole der Innovationen", bilanziert von Obernitz.

Allerdings gibt es eine Reihe von Bestrebungen, die Wirtschaftsförderung in Berlin neu auszurichten. Die Standortwerber von Berlin Partner sollen einen weiteren Geschäftsführer bekommen. Dabei geht es aber nicht nur um eine Personalie sondern auch um zusätzliche Aufgaben. Insgesamt soll das Zusammenspiel der Fördereinrichtungen verbessert werden. Dabei werden verschiedenste Interessenslagen berührt - und das erschwert bislang von Obernitz' Vorhaben.