Börse

Großaktionäre lassen Schnäppchenportal Groupon fallen

Mindestens vier Großaktionäre des Schnäppchenportals Groupon haben ihre Anteile ganz oder zum großen Teil verkauft und damit die Zweifel der Anleger am Geschäftsmodell des Unternehmens verstärkt.

- Wie das "Wall Street Journal" berichtet, verkaufte der legendäre Netscape-Gründer Marc Andreesen seine über fünf Millionen Aktien bereits im Juni. Auch die schwedische Investment-Firma Kinnevik habe alle der über acht Millionen Aktien verkauft. Die Beteiligungsfonds Fidelity und Maverick Capital sollen ihre Anteile drastisch reduziert haben. Sie alle nutzten das Auslaufen von Haltefristen im Juni.

Groupon, das seine internationalen Geschäfte von Berlin aus steuert (800 Beschäftigte), verdient sein Geld mit Provisionen aus der Vermarktung von Rabattgutscheinen über das Internet. Am Aktienmarkt wachsen inzwischen aber Zweifel, dass das Geschäftsmodell des erst 2008 gestarteten Unternehmens dauerhaft funktionieren kann. Zudem hatte Groupon seine Bilanzen korrigieren müssen. Das sinkende Vertrauen der Anleger spiegelt sich im Kurs wieder: Seit dem Börsengang im November vergangenen Jahres hat das Unternehmen über zehn Milliarden Dollar an Wert verloren - etwa drei Viertel des Werts.

Dem "Wall Street Journal" zufolge soll Andreesen zu einer Gruppe von Investoren gehören, die im vergangenen Jahr vor einem vorschnellen Börsengang gewarnt haben. Im April war bereits der Gründer der Kaffeehauskette Starbucks, Howard Schultz, als Groupon-Beirat zurückgetreten. Er hatte gewarnt, der Börsengang komme zu früh.