Unternehmen

Christliche Klinikkonzerne fusionieren

Die Konzentration im deutschen Gesundheitsmarkt geht weiter.

- Der auch in Berlin aktive christliche Gesundheitskonzern Agaplesion und das Krankenhausunternehmen Prodiako wollen fusionieren. Die Verträge seien bereits von den Entscheidungsgremien beider Seiten unterzeichnet worden, teilte Agaplesion mit. Der Zusammenschluss muss vom Kartellamt noch gebilligt werden.

Damit entstünde ein Gesundheitskonzern mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro. Das Unternehme gehörte damit zu den Top Ten der Branche. Mehr als 17 000 Menschen arbeiten in etwa 100 Einrichtungen beider Unternehmen. Darunter sind 31 Krankenhäuser, 30 Wohn- und Pflegeeinrichtungen sowie Hospize, medizinische Versorgungszentren, und ambulante Pflegedienste. In Berlin gehört seit 2005 die Bethanien-Diakonie zu Agaplesion. Das Unternehmen betreibt Seniorenresidenzen in Spandau und Steglitz, fünf Pflegeheime unter anderem in Kreuzberg sowie zwei ambulante Stationen in Wilmersdorf. "Für einzelne Krankenhäuser wird es immer schwieriger, sich in einer dynamischen Wirtschafts- und Wettbewerbssituation im Sozialmarkt zu behaupten", begründete Agaplesion-Vorstandschef Markus Horneber den Zusammenschluss. Der Gesundheitsmarkt ist im Umbruch. Vor allem klamme Kommunen verkaufen Einrichtungen. Private Unternehmen planen Zusammenschlüsse. So will der Gesundheitskonzern Fresenius den Konkurrenten Rhön übernehmen und die Kliniken mit dem Berliner Krankenhaus-Konzern Helios verschmelzen. Ein erster Anlauf war im Juli gescheitert. Noch im August will Fresenius über einen zweiten Versuch entscheiden. Dadurch entstünde der größte private Klinikkonzern in Deutschland.