Marktbericht

Wenig Gefallen

Karsten Seibel über den großen Verkaufstag bei Facebook

In den ersten Handelsminuten durfte Facebook-Gründer und Großaktionär Mark Zuckerberg noch hoffen. Der Kurs der Internet-Aktie hielt sich oberhalb der 20-Dollar-Marke. Doch dann setzte der Ausverkauf ein. Nach der ersten Handelsstunde in New York notierte die Aktie sieben Prozent im Minus. Sie markierte mit 19,71 Dollar ein Allzeittief. Der Ausgabepreis Mitte Mai betrug 38 Dollar. Zuckerbergs eigenes Aktienpaket war erstmals weniger als zehn Milliarden Dollar wert. Grund für den bereits befürchteten neuen Kurseinbruch war das Ende einer Haltefrist nach dem Börsengang, zahlreiche Alteigentümer durften erstmals Stücke verkaufen. Die Zahl der zum Handel zugelassenen Facebook-Aktien stieg von 421 auf 700 Millionen Stück.

Zurückgenommene Gewinnerwartungen der Analysten, technische Probleme beim Börsengang und enttäuschende Geschäftszahlen für das zweite Quartal hatten den Wert des Unternehmen bereits verfallen lassen. Als Problem erwies sich auch, dass immer mehr Nutzer mit ihren Smartphones auf Facebook zugreifen, auf den kleinen Bildschirmen lässt sich kaum Werbung unterbringen. Anzeigen sind aber die Haupteinnahmequelle von Facebook.

Und der große Schwung an neuen Aktien steht erst noch bevor. Allein bis Mitte November wird sich die Zahl der frei handelbaren Facebook-Aktien verdreifachen. Ab 14. November, wenn allein 1,3 Milliarden weitere Papiere freigegeben werden, darf dann auch Zuckerberg verkaufen.