Börse

Groupon ist jetzt selbst ein Schnäppchen

Die Aktie des Rabattvermittlers bricht deutlich ein

- Nach den Internetkonzernen Facebook und Zynga hat nun auch das Schnäppchenportal Groupon mit einer mauen Geschäftsentwicklung hochfliegende Anleger-Erwartungen platzen lassen. Enttäuschende Quartalszahlen und ein zurückhaltender Gewinnausblick schickten die Papiere des US-Rabattvermittlers, in dessen Berliner Zentrale für das internationale Geschäft 850 Mitarbeiter beschäftigt sind, am Dienstag auf Talfahrt. Seit dem furiosen IPO (Initial Public Offering, erstmaliges öffentliches Anbieten) im November hat der Branchenprimus damit fast 70 Prozent seines Börsenwerts eingebüßt. Vor allem bei Luxus-Artikeln hielten sich europäische Schnäppchenjäger wegen der Finanzkrise zuletzt zurück, sagte Groupon-Chef Andrew Mason. Luxus-Hotels in Monaco oder Laserbehandlungen zur Haarentfernung seien trotz der Preisabschläge nicht mehr so gefragt. Bei dem Online-Portal können Unternehmen Rabatt-Gutscheine für ihre Waren und Dienstleistungen anbieten. "Es sieht so aus als ob sie viele Aspekte ihres Geschäfts nicht ausreichend unter Kontrolle haben", bemängelte Analyst Sameet Sinha von B. Riley&Co. Falls sie dies bis Jahresende nicht in den Griff bekämen, könne 2013 ein deutlicher Einbruch beim Wachstum folgen, fügte er hinzu. Die Groupon-Aktie rutschte im außerbörslichen Handel um zwölf Prozent nach unten und erreichte damit ein Rekordtief.

Im zweiten Quartal steigerte das Unternahmen seinen Umsatz deutlich auf 568 Millionen Dollar von 393 Millionen vor Jahresfrist. Damit lag es aber eher im unteren Bereich der eigenen Prognosespanne von 550 bis 590 Millionen Dollar und unter der Expertenschätzung von 573 Millionen. Trotz der Zweifel am Geschäftsmodell erzielte der Konzern im zweiten Quartal einen Gewinn aus dem laufenden Geschäft von 46,5 Millionen Dollar.

( rtr )