Marktbericht

Psychologisch wichtig

Frank Stocker über die 7000-Punkte-Marke im Dax

Er hat es wieder nicht geschafft. Seit Tagen tändelt der Deutsche Aktienindex (Dax) ganz knapp unter der Marke von 7000 Punkten. Solche Linien werden gerne als "psychologisch wichtig" bezeichnet, was meist einfach nur so dahingesagt ist. In diesem Fall ist jedoch etwas dran.

In etwas mehr als zwei Monaten hat der Dax über 15 Prozent zugelegt. Auch in Frankreich, Spanien, Italien, in Großbritannien oder den USA haussieren die Märkte seit einigen Wochen. Die Gründe dafür sind ernüchternd. Üblicherweise steigen Aktienkurse, wenn sich die Unternehmensgewinne erhöhen. Schließlich erhöht dies den Firmenwert. Doch davon ist derzeit wenig zu sehen, wie die Bilanzsaison zeigt. Vordergründig sahen die Zahlen alle ganz prächtig aus, die Aussichten allerdings waren trübe. Sind die Börsen also blind für die Realität? Nein, die Anleger kalkulieren anders: Die Erwartung, dass die Notenbanken in Kürze wieder Geld drucken - und zwar eben wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage - beflügeln die Kurse.

Das ist natürlich eine denkbar wackelige Basis. Zumal diese schon bald wieder im Mark erschüttert werden könnte, beispielsweise durch das anstehende Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm ESM. Das bremst das Plus an den Börsen. Und wenn die Entscheidung etwa zum ESM im Sinne der Aktienmärkte positiv ausgeht? Dann wären die 7000 Punkte schnell überschritten mit entsprechenden Kurschancen.