2013

Neue EU-Grenzwerte lassen mehr Gifte in Kinderspielzeug zu

Neue Aufregung über Blei, Arsen und Quecksilber in Kinderspielzeug: Die Bundesregierung hat zugegeben, dass die strengen deutschen Grenzwerte für diese Giftstoffe durch Umsetzung einer EU-Richtlinie zum 1. Juli 2013 aufgeweicht werden.

- In der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen bestätigte die Regierung, dass die EU-Grenzwerte deutlich höher liegen - bei Blei um den Faktor 1,9, bei Arsen um 3,6 und bei Quecksilber um 1,5. Die Grünen warfen Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) Versagen vor.

Aigner will an den schärferen deutschen Grenzwerten festhalten. Deshalb klage Deutschland gegen die EU, sagte ihr Staatssekretär Robert Kloos. "Wir sind zuversichtlich, erfolgreich zu sein." Deshalb sehe die Regierung keinen Grund, die Spielzeugindustrie mit einer Selbstverpflichtung auf die niedrigeren Werte festzulegen. Der Deutsche Verband der Spielwaren-Industrie hält die Furcht vor einer Flut an schadstoffhaltigem Spielzeug ohnehin für unbegründet. Die EU-Kommission plane, die Grenzwerte für Blei, Arsen und Barium zu senken. Auch seien weitere Verschärfungen absehbar.